97 Prozent der Bauverträge in Deutschland sind mangelhaft
11.12.2012, geschrieben von Charlotte Salow in der Kategorie: Bauen,Blog
Folgende Tags wurden vergeben: Hausbau, Verträge
Probleme per Vertragsschluss: Eine Studie bescheinigt 97 Prozent der Kontrakte zwischen privaten Bauherren und Bauunternehmen schwere Mängel. Wesentliche Leistungen tauchen in den Verträgen häufig gar nicht auf – die Bauherren müssen draufzahlen.
Bauträger und Generalunternehmen sind bei Häuslebauernbeliebt, weil sie alle Leistungen aus einer Hand bieten und die Auftraggeber sich eine gute Kostenübersicht versprechen. Häufig ist das ein Trugschluss, wie eine Studie des Instituts für private Bauherren belegt: Bei der vermeintlich schlüsselfertigen Immobilie fehlen wesentliche Bauleistungen. Der Bauherr bemerkt deren Fehlen wegen mangelnder Fachkenntnisse jedoch erst, wenn er die Immobilien beziehen will.
„Unerwartete Zusatzausgaben aufgrund unvollständiger Leistungsbeschreibungen sind üblich“, erklärt Thomas Penningh, Präsident des Verbands Privater Bauherrn (VPB) laut welt.de. Typische Lücken in den Verträgen: Für viele Hausbauer gehört ein Keller ganz selbstverständlich zum Eigenheim, die Anbieter „vergessen“ jedoch den Aushub vertraglich zu regeln. Ähnliches gilt für Anschlüsse von Wasser, Gas, Telekommunikation und Elektrik. Müssen die nachträglich bezahlt werden, kommen schnell noch einmal 50.000 Euro hinzu. Auch der Anstrich, außen und im Inneren des Gebäudes, wird häufig nicht ausgeführt.
Weitere Kostenfallen für Bauherren: 76 Prozent der untersuchten Verträge enthielten sogenannte Änderungsvorbehalte. Die Unternehmen behalten sich damit vor, andere als die vertraglich vereinbarten Bauausführungen zu liefern. Bei 60 Prozent der Kontrakte war der Festpreis nur befristet garantiert. War das Datum verstrichen, konnte der Bau deutlich teurer werden.
Häufig ist zudem nur ein „voraussichtlicher Einzugstermin“ schriftlich fixiert. Dabei handelt um keinen rechtssicheren Begriff handelt, kann auch kein Anbieter bei Überschreitung haftbar gemacht werden.
Die Gründe für die unvollständigen Verträge: Mit günstigen Angeboten werden Kunden angelockt. Das Argument der Anbieter lautet: Das machen doch alle so. Würden alle Kosten transparent gemacht, sei man nicht konkurrenzfähig.
Tipp für Häuslebauer: Sie sollten jeden Vertrag mit Bauunternehmen oder anderen Dienstleistern vom Fachmann prüfen lassen.
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