Apartmenthaus Dakota: Skandal im Wohnhaus der Schönen und Reichen
17.2.2011, geschrieben von Charlotte Salow in der Kategorie: Blog
Folgende Tags wurden vergeben: Apartmenthaus Dakota, Klage, Manhattan, Millionen, Rassismus, Skandal
Es gehört zu den schönsten und legendärsten Gebäuden in Manhattan, täglich scharrt sich eine Traube von Touristen um das Dakota. Wer hier wohnen will, muss reich und einflussreich sein – und eine dicke Haut haben: Denn in dem luxuriösen Apartmenthaus herrscht ein Hauen und Stechen, zur Zeit verfolgt die High Society gebannt einen Streit um Rassismusvorwürfe.
Zahlreiche Giebel und Balustraden zieren die prachtvolle Fassade des hellgelben Gebäudes. Aber vor allem wegen seiner Geschichte und seines Innenlebens gehört das Dakota nahe dem Central Park zu den berühmtesten Gebäuden in New York. Rein kommt jedoch nicht jeder, weder als Besucher, und erst recht nicht als Mieter. Wer Bewohner werden will, muss laut Spiegel Online Multimillionär sein, Verbindungen haben – vor allem aber dem „Board“, dem Zentralkomitee des Hauses, zusagen. Akzeptiert wurden z.B. die Hollywood-Legende Lauren Bacall, Morgan-Stanley-Finanzchefin Ruth Porat und Lenon-Witwe Yoko Ono. Leztere wohnt hier, obwohl ihr Mann auf den Stufen vor dem Haus ermordet wurde.
Die Gruppe von Eigentümern gilt als eiskalt und versnobt und lehnt Gerüchten zufolge, so berichtet es Spiegel online, alle Bewerber ab, die nicht reich genug sind oder nicht die richtige Hautfarbe oder Religion haben. Doch nun begehrte ein Bewohner gegen die Eigentümergemeinschaft auf. Der schwarze Investment-Banker Alphonso „Buddy“ Fletcher verklagte einige Mitgliedern des Boards, nämlich dessen Präsident Bruce Barnes, einem Kunst- und Antiquitätensammler, den Investmentbanker John Rydzewski und den Kapitalinvestor Peter Nitze wegen „Diffamierung“, „sittenwidriger und gesetzwidriger Misshandlung“ und „gesetzwidriger Diskriminierung“. Letzteres ist ein Synonym für Rassismus.
Anlass: Als Fletcher die Nachbarwohnung seines Apartments kaufen und umbauen lassen wollte, verweigerte das Komitee die Zustimmung mit der Begründung, Fletchers finanzielle Situation sein nicht entsprechend. Das Vermögen des Bankers wird auf 80 Millionen Dollar geschätzt. Stattdessen ließ das Board die Wohnung erneut zum Verkauf ausschreiben. Für den Abgewiesenen ein Vorfall, der in einer Reihe von feindlichen Handlungen gegenüber nicht-weißen Residenten steht. Board-Präsident Barnes wies die Anschuldigungen zwar empört zurück, die bessere Gesellschaft von Manhattan tuschelt jedoch. Z.B. darüber, dass das Komitee 2005 einen reichen Bewerber mit hispanischen Wurzeln mit der Begründung abgelehnte – es handelte sich wahrscheinlich um Hollywood-Schauspieler Antonio Banderas, dass dieser das Apartment im Erdgeschoss doch wohl zum Drogenhandel auf der Straße nutzen wollen würde.
Fletcher verklagte die vermeintlich rassistischen Hausvorsteher auf runde 15 Millionen Euro. In der Wohnung bleiben will er aber dennoch.
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