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Architektur: Fertighäuser mit “Star”-Qualitäten

21.9.2010, geschrieben von in der Kategorie: Bauen,Design

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Das Smart Air House vom Architektenbüro Graft

Smart Air House von Graft

Nicht nur aufgrund ihrer Freundschaft zu Brad Pitt und Angelina Jolie hat es das Architektenteam Graft zu internationaler Berühmtheit gebracht. Vor allem wegen ihrer extravaganten, oft futuristisch anmutenden Bauten schaut die Welt stets gespannt auf ihr neuestes Projekt – und das ist momentan ein Fertighaus, aber natürlich kein gewöhnliches.

Die Graft-Gründer Lars Krückeberg, Wolfram Putz und Thomas Willemeit gelten als Popstars in der Architekten-Szene: Ihre Bauten beeindrucken durch avantgardistische Formen und ungewohnte Perspektiven. In Berlin bringt etwa das von Graft entworfene Designhotel „Hotel Q“ die Touristen zum Staunen, aber auch in China, den USA und Russland recken sich Hotels, Museen und Krankenhäuser mit der kühnen Graft-Linie in die Höhe.

Ihr neuestes Projekte widmen die Architekten einem eher unglamourösen Thema: dem Fertighaus. Dabei liegt die Herausforderung vor allem darin, viel Wohnqualität auf begrenzter Fläche zu schaffen, denn vor allem in Großstädten mangelt es an Platz für Neubauten. Da trifft es sich gut, dass die Stararchitekten gerne das Verfahren des „Aufpropfens“ nutzen. Und so wird auch bei ihrer Version des Fertighauses  ganz unbekümmert gestapelt.

Zwei Eigenheime werden bei dem Graft-Entwurf übereinander gesetzt. Die Bewohner des Oberhauses müssen aber durchaus nicht auf die Vorzüge einer ebenerdigen Behausung verzichten – denn ihnen dient das begrünte Dach des Unterhauses als Garten.

“Wir haben ein Haus entwickelt, das nicht nur für Nachhaltigkeit steht und bewährte Baumaterialien mit zukunftsweisenden Technologien vereint, sondern bei dem es auch vor allem um Gesundheit geht”, erklärt Lars Krückeberg gegenüber der Berliner Morgenpost. Bei all den „extragut“ gedämmten Bauten werde oft der Luftaustausch in den Behausungen vernachlässigt, der für ein gesundes Wohnklima aber sehr wichtig sei.

Das wollen die Planer besser machen und verlegen sich auf Materialien, die es eigentlich schon immer gab: Lehm und Holz. Ergebnis ist das „Smart Air House“, das zusammen mit dem österreichischen Fertighaus-Unternehmen Griffner entwickelt wurde. Vorteile des Ur-Baustoffs Lehm: Er speichert Kälte und Wärme und fungiert außerdem als Luftbefeuchter – damit ist für eine gute Dämmung und gesundes Klima gesorgt.

Aber natürlich verzichten die Avantgardisten bei ihrem Entwurf nicht auf moderne Technik: Das Dach und sogar die Fassade sind von Photovoltaik-Elementen bedeckt. Außerdem sorgen Solarthermie oder Wärmerückgewinnung dafür, dass man in dem „Stapel-Haus“ energieautark wohnen kann. Und noch mehr: Umweltbewusste können sogar ihr Elektroauto mit der Energie aus der Fassade aufladen.

Bei all den visionären Eigenschaften des Hauses mit Star-Appeal ist jedoch noch nicht klar, wann und wo der erste Prototyp entstehen wird – und wie viel er überhaupt kosten soll. Die Partner von Griffner-Haus wissen zumindest, dass sich die Kosten „schon im höheren Bereich“ bewegen werden. Mehr als 2.500 Euro pro Quadratmeter sollen es jedoch nicht sein. Vielleicht braucht ja Brad Pitt irgendwo auf der Welt eine weitere Dependance für seine Familie.