Auf dem boomenden Münchner Immobilienmarkt wächst die Sorge vor einer Blase
22.3.2012, geschrieben von Immonet in der Kategorie: Immobilien-Märkte
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Niemals zuvor haben Anleger so viel Geld in Immobilien im Großraum München investiert wie in diesen Tagen. Die rasante Nachfrage nach Wohneigentum treibt die Preise in astronomische Höhen. Erste Experten warnen nun vor einer möglichen Immobilien-Blase in Deutschlands Süden.
Angesichts historisch niedriger Kreditzinsen und der unsicheren Lage auf den weltweiten Finanzmärkten investieren private und gewerbliche Anleger so intensiv wie nie zuvor in den Immobilienmarkt deutscher Metropolen. Im Großraum München – schon immer ein begehrtes Pflaster – steigen die Quadratmeterpreise derzeit am stärksten, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Laut jüngstem Marktbericht des Immobilienverbandes Deutschland (IVD) ist im Raum München der Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen um durchschnittlich fünf Prozent gestiegen. In München selbst gab es gar einen Zuwachs um 9,4 Prozentpunkte, in Freising um 9,2 Prozentpunkte.
Erste Experten sehen in dieser Entwicklung die Gefahr, dass sich auf dem deutschen Immobilienmarkt eine ähnliche Blase entwickeln könnte, wie sie vor einigen Jahren Anleger in den USA ein Vermögen kostet und eine weltweite Finanzkrise ausgelöst hat. Steffen Sebastian, Inhaber des Lehrstuhls für Immobilienfinanzierung an der Universität Regensburg und Geschäftsführer des IREBS Instituts für Immobilienwirtschaft, wertet den Run auf Wohneigentum und den damit verbundenen Preisanstieg als „Beginn einer Blase“. Vor allem kleine und mittlere Anlieger drängten derzeit darauf, eine Eigentumswohnung zu kaufen. Das sei riskant.
Der Immobilienökonom befürchtet nämlich, dass die zu erwartende Rendite in keinem ausgewogenen Verhältnis zu den Investitionen steht. Während kaum mit einem Anstieg der Mietpreise um drei Prozent zu rechnen sei, stiegen die Kaufpreise deutlich stärker an. Hinzu komme die Zinsfalle. Nach Ablauf eines derzeit sehr günstigen Darlehens könnten in zehn oder 20 Jahren deutlich höhere Kreditzinsen fällig sein. Wer dann einen neuen Kredit braucht, kann diesen möglicherweise nicht mehr schultern. Die Folge: Wenn viele Eigentümer gezwungen sind, ihre Immobilien zu verkaufen, werde der Markt überschwemmt, die Preise fielen. Manch ein Anleger bliebe dann auf seinen Schulden sitzen.
Andere Experten sehen die Entwicklung weniger dramatisch. Stephan Kippes, Leiter der IVD-Marktforschung, ist fest davon überzeugt: „Die Sicherheit in München ist kaum zu überbieten.“
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