Baufinanzierung: Kreditverlängerungen sind oft zu teuer
17.6.2011, geschrieben von Charlotte Salow in der Kategorie: Finanzen
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Als langjähriger Kunde einer Bank ärgert man sich manches Mal darüber, was Neukunden offeriert wird: Für Kontoeröffnungen gibt es Prämien, günstige Zinsen und andere Gratisangebote. Nicht so offensichtlich ist, dass Bestandskunden auch bei der Baufinanzierung oft erheblich zu viel zahlen.
Einen völlig überzogenen Zinssatz verlangen Banken von vielen Kunden, die ihr Darlehen bei ihrer bisherigen Bank verlängern wollen. So berichtet das Handelsblatt vom Fall einer Frau, die bei der Hypovereinsbank ein Darlehen über 45.000 Euro verlängern wollte. Das Zinsangebot der Bank lag bei 4,13 Prozent. Auf den Hinweis der Kundin, dass andere Banken deutlich günstigere Konditionen böten, überlegte die Hypovereinsbank sich schnell einen Satz von 3,79 Prozent. Ohne ihr Veto hätte die Kundin rund 1.200 Euro mehr zahlen müssen.
Das Problem ist symptomatisch: Viele Kreditinstitute setzten bei der Verlängerung von Krediten einen viel zu hohen Beleihungssatz an. Denn häufig steigen die Immobilien im Wert und das hat eigentlich einen sinkenden Zinssatz zur Folge. Denn übersteigt der Wert von Haus oder Wohnung die Höhe des Kredites deutlich, sinkt das Risiko für die Bank – bei Zahlungsunfähigkeit erhält sie den vollen Betrag durch Zwangsversteigerung der Immobilie zurück. Folglich wäre eine Neubewertung des Noch-nicht-ganz-Eigenheimes bei der sogenannten Prolongation notwendig. Diese nehmen Kredithäuser häufig nicht vor, weil sie offenbar auf die Bequemlichkeit der Verbraucher spekulieren.
Finanzexperten raten deshalb dazu, weitere Angebote einzuholen, denn neue Banken schätzen den aktuellen Wert der Bleibe – und zwar meist ohne Mehrkosten. Ist die wertvoller geworden, wird es für den Kreditnehmer günstiger. Und wie gesagt, weitere Vorteile gibt es für die Neukunden häufig außerdem.
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