Bauwirtschaft beklagt Mangel an Nachwuchskräften
06.8.2012, geschrieben von Immonet in der Kategorie: Bauen
Folgende Tags wurden vergeben: Bauwirtschaf, Nachwuchskräfte
Im Baugewerbe zeichnet sich ein eklatanter Mangel an Nachwuchskräften ab. Die Auswirkungen des demografischen Wandels sind am Bau bereits heute deutlich spürbar. Seit Jahren gehen deutlich mehr Baufachleute in den Ruhestand als Nachwuchskräfte eine Tätigkeit im Baugewerbe aufnehmen.
Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie mitteilt, wollen zwar viele Bauunternehmen junge Menschen ausbilden, es werde aber zunehmend schwieriger, geeignete Auszubildende und Mitarbeiter zu finden. Dabei ist der Bedarf an Fachkräften in der Bauwirtschaft nach wie vor hoch, wie der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Michael Knipper, während der Vorstellung des Branchenberichtes „Der Arbeitsmarkt im Bausektor“ erklärte. Der Verband gibt den Bericht zwei Mal im Jahr in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit und dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung heraus.
Schon 2011 blieb jede dritte Ausbildungsstelle unbesetzt. Das liege nicht zuletzt daran, dass viele junge Leute nicht ausreichend über die Ausbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten im Baugewerbe informiert seien, vermutet Knipper. „Insbesondere müssen wir darauf hinweisen, dass wir als Branche einen Facharbeiteranteil von 80 Prozent haben und attraktive Aufstiegsmöglichkeiten anbieten“, sagte er.
Zu schaffen macht dem Baugewerbe auch die hohe Quote derer, die ihre Ausbildung vorzeitig abbrechen. Sie liegt mit 20 Prozent deutlich über dem Durchschnitt anderer Branchen. Auch Studenten des Fachbereichs Bauingenieurwesen gäben überdurchschnittlich vorzeitig auf. Jeder Zweite wirft hin, ohne den Abschluss an der Universität oder Fachhochschule geschafft zu haben.
Hier möchte der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie ansetzen. In Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit soll ein Programm entwickelt werden, dass Jugendliche, die nicht die erforderliche Ausbildungsreife vorweisen können, nachträglich qualifiziert. Und auch die Studieninhalte an den Universitäten und Fachhochschulen sollen überarbeitet werden.
Insgesamt geht der Verband davon aus, dass die Nachfrage nach Auszubildenden im Baugewerbe in den kommenden Jahren noch steigen wird. Gründe seien erforderliche Baumaßnahmen im Zuge der Energiewende, die Nachfrage nach Wohnungen als Kapitalanlage sowie der Nachholbedarf bei Infrastrukturmaßnahmen oder altersgerechten Wohnungen.
Weitere Immobilien News von Immonet:
- Altersvorsorge wird zum wichtigsten Sparziel der Deutschen
- Mehr Fertighäuser in Deutschland
- Ab 2013 wird der Energieausweis Pflicht
- Alpenhütten renovieren: modern oder rustikal?
- 14,6 Prozent mehr Wohnungen – Wohnungsbau zieht 2011 an
- Immobilien: Wohnungsbau in Deutschland im Rekord-Tief
- KfW-Einzelförderung: Finanzspritze für Haussanierer
- Bauhauptgewerbe freut sich über zehn Prozent mehr Aufträge
- Immobilien: Kopierschutz für historische Gebäude?
- Ungeliebte Hausarbeit: Deutsche finden Putzen und Aufräumen schrecklich






