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Berlin droht Wohnungsnot

12.5.2011, geschrieben von in der Kategorie: Immobilien-Märkte

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© Wikimedia Comms/ Gryffindor

Immer mehr deutsche Arbeitnehmer und Firmen zieht es nach Berlin. Bald könnte es in der Bundeshauptstadt eng werden.

Nach unterschiedlichen Schätzungen stehen derzeit in Berlin zwischen 50.000 und 90.000 Wohnungen leer. Das könnte sich schneller ändern, als es den Berlinern lieb ist. Die Zahl der Haushalte soll laut Senat bis 2020 um 130.000 ansteigen. „Ohne Neubau ist Berlin auf dem Weg in ein Angebotsproblem“, sagt Maren Kern, Vorstandsmitglied beim Dachverband Berlin-Brandenburgische Wohnungsunternehmen (BBU) der taz. Sie fordert 60.000 neue Wohnungen bis 2020 zu bauen.

Obwohl der Bedarf steigt, stagnieren die Investitionen im Neubau. Kern erklärt sich dieses Phänomen damit, dass der durchschnittliche Berliner sich Neubaumieten von neun oder zehn Euro pro Quadratmeter nicht leisten könne. Dagegen will der BBU nun aktiv vorgehen. Der Verband schlägt vor, neue Förderinstrumente ins Leben zu rufen. Zudem könnte das Land Berlin zinsverbilligte Kredite und Baukostenzuschüsse gewähren.

Außerdem sollten Grundstücke nicht mehr an den Meistbietenden, sondern an den Bauherren gehen, dessen Konzept am sozialsten und quartierspezifischsten ist, sowie den Umweltschutz berücksichtigt. So  sollen auch kleinere Bauherren und Genossenschaften eine Chance bekommen. Landeseigene Grundstücke sollen zudem zu “deutlich vergünstigten Festpreis-Konditionen” angeboten werden. Zudem fordert der BBU das Land auf, einen Stadtentwicklungsplan Wohnen auszuarbeiten. Mit Hilfe dieser Maßnahmen, so hofft Vorstandsmitglied Kern, werden die Kaltmieten für Neubauten in Zukunft zwischen 6 und 6,50 Euro pro Quadratmeter liegen.

Konkrete Vorhaben sind vom Land Berlin indes noch nicht geplant. Bislang gibt es keine Untersuchungen, in welchen Vierteln eine Verdichtung durch Neubau stattfinden kann. Die Zeit drängt aber. Vor allem im Innenstadtbereich hat die Nachfrage deutlich angezogen. Standen 2001 im Wedding noch fünf Prozent der Wohnungen leer sind es heute noch 2,3 Prozent. Nach Berechnungen des Mietervereins beträgt die Leerstandquote in ganz Berlin sogar nur 1,5 Prozent.