Berliner Problem-Platten werden zu günstigen Appartementhäusern
14.3.2012, geschrieben von Immonet in der Kategorie: Immobilien-Märkte
Folgende Tags wurden vergeben: Appartements, Berlin, Plattenbau
Sie wollen eine Art Wohnungs-Aldi werden: Ein Unternehmerduo aus dem Westerwald startet mit seiner Idee derzeit in Berlin durch. Aus problematischen Plattenbauten, die kurz vor dem Abriss stehen, schafft die Gesellschaft für Immobilien-Projektentwicklung und Unternehmensberatung (GPU) aus Dernbach Appartementhäuser mit bezahlbaren Wohnungen.
Aus einstigen Problem-Platten werden so Erste-Hilfe-Bauten auf dem immer enger werdenden Markt preisgünstiger Wohnungen. Derzeit errichtet die GPU mehr als 850 Wohnungen an drei Standorten, darunter ein ehemaliges Kaufhaus in Lichtenberg sowie ein Wohnobjekt für DDR-Athleten auf dem Gelände des Sportforums Hohenschönhausen.
Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, setzen die GPU-Geschäftsführer Lutz Lakomski und Arndt Ulrich dabei vor allem auf die Schaffung von Einzimmer-Appartements, für die es in Berlin einen riesigen Bedarf gibt. Die GPU hält bei ihrer Auswahl vorzugsweise nach Abrisskandidaten Ausschau. Unternehmerisches Ziel sei es, diese preiswert, aber solide zu sanieren. Lakomski vergleicht sein Immobilien-Angebot mit einem Discounter: Wie dieser wolle er seine Ware günstig, aber mit verlässlicher Qualität anbieten.
Potentielle Mieter der Platten sind Studenten, Auszubildende oder andere junge Menschen sowie alleinstehende Sozialhilfeempfänger. Alles in allem eine Klientel, die über ein Monatseinkommen von maximal 1.000 Euro verfügt. Mit dem veranschlagten Mietniveau passt sich die GPU den Preisen für vergleichbare Wohnungen in Lichtenberg und Hohenschönhausen an. Der zuständige Verwaltungsbezirk unterstützt die Bauvorhaben. Dort hofft man auf den Zuzug jüngerer Einwohner.
Der Plan ging mit dem ersten Plattenbau-Projekt der GPU im umgebauten Warenhaus am Anton-Saefkow-Platz auf. Mitten in einer DDR-Großsiedlung gelegen, beherbergte das Gebäue einst den Kaufhof. Danach stand es jahrelang leer und verfiel. Dank des Engagements der GPU gibt es dort nun 86 Wohnungen in den oberen Etagen. Das Haus war kurz nach seiner Fertigstellung Ende 2011 vollständig vermietet.
Stolze 450 Wohnungen entstehen derzeit im einstigen Verwaltungsgebäude der Bahn an der Frankfurter Allee. Je Etage werden 47 Kleinstwohnungen in dem 140 Meter langen, neun Stockwerke hohen und derzeit noch schmutzig grauen Stahlbetonbau gebaut. Investitionsvolumen: 15 Millionen Euro.
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