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Berliner Rentner besetzten Villa in Pankow

03.7.2012, geschrieben von in der Kategorie: Blog,Immobilien-Märkte

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betagte Hausbesetzer

betagte Hausbesetzer, © Fotolia.com/Robert Kneschke

Bisher waren Hausbesetzer ja eher in der jüngeren Generation zu finden. Das hat sich geändert. In Berlin hat sich eine Gruppe von Senioren zur die Szene gesellt. Aus Protest gegen den geplanten Verkauf oder die Verpachtung einer als Seniorenklub genutzten kommunalen Villa in Pankow haben sie die Immobilie kurzerhand besetzt.

Wie die Berliner Morgenpost berichtet, hatte der zuständige Bezirk eigentlich vor, die Villa in 1-A-Lage unweit des Majakowskiringes zu veräußern. Das betagte Gebäude, in der einst die DDR-Elite wohnte, ist sanierungsbedürftig. Zwischen Luxusimmobilien angesiedelt, passt sie so recht nicht mehr ins Bild. Die Pläne hatten die Kommunalpolitiker offensichtlich aber ohne die Nutzer der Seniorenfreizeitstätte „Stille Straße“ geschmiedet. Als sie davon erfuhren, entschieden sie sich kurzerhand, „ihre“ Immobilie zu besetzen.

Sechs aktive Besetzer sorgen nun dafür, dass die Villa blockiert ist. Hinzu kommen täglich bis zu 40 Helfer, die die Hausbesetzer unter anderem mit Lebensmitteln und den Dingen des täglichen Bedarfs versorgen. Laut Berliner Morgenpost sagte die Klubvorsitzende und Hausbesetzerin Doris Syrbe (72): „Wir Alten sind nicht mehr so wie die von vor 30 Jahren. Wir haben Grips im Kopf.“

Zum Mittel der Hausbesetzung griffen die Senioren, nachdem Gespräche mit Politikern, Demonstrationen und Pfeifkonzerte ohne Erfolg geblieben waren. „Wir sind vorsichtshalber kurz vor dem Schließungstermin hier eingezogen, damit sie nicht einfach die Schlösser austauschen können“, sagt Hausbesetzerin Brigitte Klotsche (73). Die Räumlichkeiten wurden bisher als Freizeittreff von rund 300 Senioren genutzt. Sie kamen, um Karten zu spielen, zu tanzen oder Fremdsprachen zu lernen. Und das schon seit 14 Jahren.

Die Lokalpolitiker hatten sich aus Kostengründen für die Schließung des Treffs ausgesprochen, weil teure Nacharbeiten ins Haus anstanden. So hätte ein behindertengerechter Zugang sowie ein zweiter Fluchtweg ebenso geschaffen werden müssen. Rund 2,5 Millionen Euro hätten die Baumaßnahmen den Bezirk gekostet, zusätzlich zu den jährlichen rund 60.000 Euro Unterhalt. Wesentlich lukrativer dürfte da der Verkauf des Grundstücks sein, von dessen Erlös der Bezirk Pankow rund 20 Prozent einstreichen könnte.

Die Hausbesetzer höheren Semesters wollen auf jeden Fall bleiben. Sie werden von anderen Initiativen unterstützt, die sich gegen höhere Mieten und die Verdrängung aus den Kiezen wehren.