Betriebskosten: Schornsteinfegergebühren steigen deutlich an
17.5.2011, geschrieben von Sarah Tebbe in der Kategorie: Finanzen
Folgende Tags wurden vergeben: Schornsteinfeger

© Wikimedia Commons/Martin Schuster
Bereits im vergangenen Jahr, nach der Einführung der Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO), mussten Hausbesitzer und Mieter in einigen Bundesländern 20 Prozent mehr für den Schornsteinfeger zahlen. Jetzt soll die finanzielle Belastung weiter zunehmen.
Noch in diesem Jahr soll eine Reform der KÜO in Kraft treten, die den Besuch des Schornsteinfegers wesentlich verteuern könnte. In den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg ist geplant, die Fahrtkostenpauschale (ein Teil der Kosten) um 32,3 Prozent anzuheben. Das bedeutet, dass der Satz von 6,26 Euro an den in den Flächenstaaten bereits heute üblichen Satz von 8,28 Euro angeglichen wird. Dabei müssen Schornsteinfeger in Ballungszentren deutlich kürzere Wege zurücklegen, als Kollegen in ländlichen Regionen. Bei der Prüfung von Etagen- und Wohnungsheizungen wird die Fahrkostenpauschale zudem pro Brennkessel berechnet. Unverständlich für viele Mieter und Hausbesitzer, schließlich muss der Schornsteinfeger nur einmal die Anfahrt in Kauf nehmen.
Im Schnitt müssten Wohnungsmieter derzeit 0,48 Euro pro Quadratmeter und Jahr an Schornsteinfegergebühren zahlen. Nach der Erhöhung werden für eine 70 Quadratmeter große Wohnung so 6,70 Euro mehr fällig. Das ist auf den ersten Blick nur eine geringe Summe. Allerdings weist der Eigentümerverband Haus & Grund darauf hin, dass Mieter durch den drastischen Anstieg der Energiekosten bereits finanziell erheblich belastet sind.
Mieterbund und Haus & Grund laufen Sturm gegen die Pläne und hoffen, dass der Bundesrat dem Vorhaben nicht zustimmt. Die Bundesländer sollten zugunsten der Mieter entscheiden, fordern beide Interessensvertretungen.
2013 soll auf Druck der EU das Kehrmonopol in Deutschland endgültig fallen. „Hauseigentümer können dann lediglich frei entscheiden, wen sie mit der Reinigung ihres Schornsteins und mit etwaigen Reparaturarbeiten beauftragen“, sagte Gerold Happ, Referent für Energierecht bei Haus-&-Grund, gegenüber der „Welt“. „Die jährliche Kontrolle der Heizungsanlage bleibt weiterhin in der Hand der Bezirksschornsteinfeger.“ In Ländern wie Frankreich dürfen Hausbesitzer ihren Schlot selbst reinigen. Dort werden Kehrkugeln mit Ketten in jedem Supermarkt verkauft.
Weitere Immobilien News von Immonet:
- Wohnimmobilien im Wert von 10 Milliarden Euro wechseln 2012 den Besitzer
- Immobiliendeal: Bund verkauft rund 12.000 Wohnungen
- Immobilieneigentümer zahlen bei Energie-Sanierung drauf
- Zweitwohnsitzsteuer: Gemeinden kassieren immer häufiger die „dritte Miete“
- Immobilien: Banken buhlen um Erst- und Anschlussfinanzierer
- Immobilienmarkt Berlin: Wer kauft das KaDeWe?
- Immobilien: Warum der Traum vom Eigenheim teurer wird
- Immobilienfinanzierung: Bauzinsen mit neuem Allzeit-Tief
- Energiepreise: Verbraucher können sich auf Rückzahlungen freuen
- Baufinanzierung: Kreditverlängerungen sind oft zu teuer





