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Bund kürzt Solarförderung

05.3.2010, geschrieben von in der Kategorie: Finanzen

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Die direkte Umwandlung von Sonnen- in elektrische Energie, auch unter dem Fachbegriff Photovoltaik bekannt, sollte eigentlich der Strommarkt der Zukunft sein. Denn anders als durch Atomkraft gewonnene Energie ist die Erzeugung von Solarstrom unbedenklich und sauber.

Doch der Markt gilt weiterhin als schwierig. Nun hat die Bundesregierung reagiert und beschlossen, künftig die Fördermittel zu kürzen. Konkret bedeutet dies, dass der Bund ab 1. Juli für die Errichtung neuer Solardächer 16 Prozent weniger Solarförderung zur Verfügung stellen wird. Und das ist nicht die erste Kürzung dieses Jahres: Bereits Anfang 2010 kappte die Regierung die Photovoltaik-Förderung. Im Vergleich zum letzten Jahr verringert sich damit die Förderung um 25 Prozent auf 33 Cent pro Kilowattstunde.

Dafür erhöht sich der Bonus für nicht selbst verbrauchten und ins Netz eingespeisten Strom aus Anlagen bis zu einer Größe von 800 Kilowattstunden von drei auf acht Cent pro Kilowattstunde. Für Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) steht fest, dass der von der Regierung beschlossene Entwurf dazu beitragen wird, der Photovoltaik aus ihrer Nischenposition zu verhelfen und Solarenergie „zu einer relevanten Größe im Energiemix der verschiedenen Energieträger“ zu etablieren.

Ganz anders bewertet der Bundesverband Solarwirtschaft diesen Kabinettbeschluss. Er sieht vor allem zahlreiche Existenzen gefährdet. Röttgen betrachtet Solarenergie zwar weiterhin als einen zentralen Markt der Zukunft, allerdings müsse die Vergütung seiner Meinung nach an die Entwicklung des Marktes angepasst werden. Denn der momentane Verfall der Marktpreise bei Photovoltaikanlagen um bis zu 40 Prozent sei auf eine übermäßige Förderung seitens der Regierung und wirtschaftliche Fehlanreize zurückzuführen. Doch nicht alle Politiker teilen Röttgers Meinung.

Horst Seehofer (CSU) warnte beispielsweise, dass eine zu drastische Kürzung die Gefahr schwerer Marktverwerfungen bürge und mit zahlreichen Arbeitsplatzverlusten in der Photovoltaik zu rechnen sei. Diese Auffassung teilt auch Cem Özdemir, Chef von Bündnis 90/Die Grünen. Zusätzlich fürchtet er die Konkurrenz aus China, die durch derartige Kürzungen angelockt werde. Der Präsident des Bundesverbandes Solarwirtschaft, Günther Cramer, verlangt eine Nachbesserung des Gesetzes.