China: Immobilienblase mit staatlicher Unterstützung
22.12.2010, geschrieben von Charlotte Salow in der Kategorie: Blog,Immobilien-Märkte
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Chinas Wirtschaft wächst und wächst – selbst die weltweite Finanzkrise konnte die Entwicklung im Reich der Mitte höchstens abbremsen. Doch auch die neue Weltmacht hat mit einer Immobilienblase zu kämpfen.
Die Menschen in Chinas Großstädten konnten in den vergangenen zwei Jahren einen extremen Immobilienboom miterleben: Von 2008 bis heute haben sich in Peking, Shenzhen und Guangzhou die Immobilienpreise mehr als verdoppelt. Spitzenreiter ist jedoch Shanghai: Hier steigerten sich die Preise um mehr als 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Eine Entwicklung, die von der chinesischen Regierung ungewollt unterstützt, oder, wie manche meinen, sogar ausgelöst wurde. Denn um die Konjunktur weiterhin am Laufen zu halten, hatten sie im Krisenjahr 2009 der Binnenwirtschaft eine kräftige Konjunkturspritze verabreicht: Um die Bauwirtschaft anzukurbeln floss viel Geld in Immobilien-Großprojekte, ein Hochhaus wurde neben dem anderen hochgezogen. Allerdings ohne, dass auch ein entsprechender Bedarf vorhanden war. Resultat sind leerstehende Wolkenkratzer – in manchen Stadteilen liegt er bei 30 Prozent – und unfertige Bau-Gerippe.
Trotz des Überangebots fallen die Preise bisher kaum. So ist für viele Chinesen, die in den Metropolen arbeiten, Wohnraum hier unerschwinglich. Das Zwanzigfache eines Jahreseinkommens müssen Durchschnittsverdiener für ein Eigenheim in Peking oder Hongkong aufbringen. Zum Vergleich: In Deutschland sind es durchschnittlich drei bis fünf Jahreseinkommen.
Auch Regierungsmitglieder haben die Gefahr einer platzenden Immobilienblase erkannt und versuchen gegenzusteuern. So wurden Kredite stark verteuert: 13 Prozent Zinsen müssen Käufer für einen Immobilienkredit zahlen, für eine zweite Immobilie sogar 30 Prozent. In Shanghai bekommen Käufer von Drittwohnungen gar keine Kredite mehr.
Trotz der hohen Preise kaufen die Chinesen fleißig weiter Immobilien auf Kredit, getrieben von der Angst, dass Immobilien bei weiter steigenden Preisen bald unerschwinglich sein könnten. Insgesamt erinnert die Entwicklung manche Ökonomen fatal an amerikanische Verhältnisse zu Anfang der Finanzkrise: Sie befürchten, dass bei einem Platzen der Blase die Eigenheime stark entwertet würden und viele Bürger ihre Kreditrate nicht mehr zahlen könnten. Ein wesentlicher Unterschied besteht allerdings: Selbst wenn die Banken irgendwann auf faulen Krediten sitzen sollten, besteht nicht die Gefahr, dass sie von der Regierung nicht aufgefangen werden – denn alle Kredithäuser befinden sich schließlich in staatlicher Hand.
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