DDR-Wassersperre aus dem Kalten Krieg soll verkauft werden
21.3.2012, geschrieben von Immonet in der Kategorie: Immobilien-Märkte
Folgende Tags wurden vergeben: Berliner Osthafen, Wasser- und Schifffahrtsamt
Die letzte noch erhaltene DDR-Wasssersperre im Berliner Osthafen soll verkauft werden. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin sucht einen Nutzer für das letzte Mahnmal dieser Art aus der Zeit des Kalten Krieges. Dabei soll nicht das höchste Gebot, sondern das beste Nutzungskonzept über den Verkauf der Immobilie entscheiden.
Wie die Berliner Morgenpost schreibt, soll bei einer neuen Nutzung die Entstehungsgeschichte der Wassersperre und ihre Funktion als Grenzposten zwischen Ost und West berücksichtigt werden. Bei der Wassersperre in der Spree zwischen Friedrichshain, Treptow und Kreuzberg handelt es sich um ein Bauwerk in T-Form. Es besteht aus einem 480 Meter langen Anlegesteg und einem 55 Meter langen Zugangssteg. Die einzelnen Platten stehen auf fast 260 Pfählen. Jeder einzelne ist zehn Meter lang und ragt etwa sechs Meter tief in den Boden hinein.
Die damalige DDR baute das einstige Bollwerk gegen den Westen im Jahr 1962 nach der spektakulären Flucht des Ausflugsschiffes „Friedrich Wolf“. Damals hatten Passagiere das Schiff besetzt und es erfolgreich durch den Kreuzberger Landwehrkanal in den Westen gelenkt.
Um den baulichen Zustand der Anlage ist denkbar schlecht. Das räumt das WSA Berlin sogar in den Ausschreibungsunterlagen zum Verkauf der Immobilie ein. Von um bis zu 30 Zentimeter verschobenen Platten ist darin die Rede. Mehrfach sei die Wassersperre von Schiffen gerammt worden. Risse und Rost machen sich an den 260 Pfählen bemerkbar. Ursprünglich wollte die Berliner Behörde denn auch die Anlage abreißen lassen. Proteste von Bürgern verhinderten aber den Abriss und sorgten nun für ein Umdenken. Inzwischen steht die DDR-Wassersperre unter Denkmalschutz und gilt als Teil des Ensembles von DDR-Grenzanlagen.
Offensichtlich lassen sich einige Unerschrockene vom schlechten Zustand der Wassersperre nicht erschüttern. Sie beweisen statt dessen Fantasie und haben erste Nutzungskonzepte vorgelegt. Die Rede ist von Plänen für ein schwimmendes Hotel und einem Yachthafen. Mancher schlägt gar den Umzug des Berliner Hafens an diese geschichtsträchtige Stelle vor.
Wer eigene Ideen zur Zukunft der DDR-Wassersperre hat, kann diese noch bis zum 18. Mai kundtun. Dann endet die Ausschreibungsfrist für den Verkauf der Anlage. Details dazu auf der Website des Berliner Wasser- und Schifffahrtsamtes.
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