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Die Lust am Lästern: Städter gegen Vorstädter

04.1.2013, geschrieben von in der Kategorie: Blog

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Berlin

© Wikimedia Commons

Mit seinen verächtlichen Äußerungen gegenüber Schwaben hat Wolfgang Thierse die Feindschaften zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppierungen ins Licht gerückt. Häufig spielen dabei Herkunft und Wohnort eine Rolle: Der Großstädter mokiert sich über die Vorstädter und die Alteingesessenen pöbeln auf die Zugezogenen.

Wer in Hamburg mit einem Pinneberger Kennzeichen unterwegs ist, zieht automatisch die Aggressionen auf sich. Denn die Vorstädter gelten unter Hamburger Autofahrern als grundsätzlich unfähig: PI bedeutet pennt immer. Ähnliche „Übersetzungen gibt es zuhauf: Das Kürzel BOR (Borken) steht für „Bauer ohne Rücksicht“, HP (Heppen) für „hilflose Person“ oder OF (Offenbach) für „ohne Führerschein“. Die Liste lässt sich beliebig erweitern. Dahinter steht meist das Vorurteil des dumpfen oder naiven Vorstadt- oder Landbewohners. Umgekehrt gelten denen die Großstädter als arrogant oder schnöselig.

Jedoch gilt auch der Wohnort im Zentrum der Metropole noch nichts: Denn schließlich siedeln sich da immer mehr Zugezogene an und verdrängen die „Ureinwohner“. So passiert es auf dem Prenzlauer Berg,  in Neu-Köln oder in Hamburg Altona. Mit den neuen zahlungskräftigen Bewohnern steigen auch die Mieten. Und das wird diesen dann zur Last gelegt und lustig über „die anderen“ gelästert – unter anderem von Wolfgang Thierse.