Drastischer Abbau von Sozialwohnungen in Deutschland
02.8.2012, geschrieben von Charlotte Salow in der Kategorie: Immobilien-Märkte
Folgende Tags wurden vergeben: Badem-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Sozialwohnungen
Während in Deutschland insgesamt wieder mehr Wohnungen gebaut werden, gibt es immer weniger Unterkünfte für sozial Schwache und Geringverdiener: Innerhalb von acht Jahren nahm die Zahl der Sozialwohnungen dramatisch um rund ein Drittel ab.
Sind die Kassen von Städten und Kommunen leer, wird beim sozialen Wohnungsbau als erstes gespart. Denn der subventionierte Wohnraum ist teuer – und hat zudem keine starke Lobby. Seit 2002 ist die Zahl der Sozialwohnungen laut Spiegel Online deutschlandweit um 800.000 auf 1,7 Millionen zurückgegangen. Besonders betroffen ist Nordrhein-Westfalen, hier schrumpfte der Bestand von 840.000 auf 540.000 Wohnungen von 2002 bis 2010.
Auch im Süden haben es Geringverdiener bei der Wohnungssuche schwer: In Bayern gibt es rund 130.000 Sozialwohnungen weniger – insgesamt sind es hier nur noch 160.000 Objekte. Baden-Württemberg reduzierte den Bestand sogar um die Hälfte innerhalb von acht Jahren auf 65.000.
Auch Mecklenburg ist stark betroffen: Hier sank die Zahl zwar nur um rund 2.000 Wohnungen. Jedoch bestehen damit im ganzen Bundesland nur noch etwa 7.300 der Unterkünfte mit Mietpreisbindung.
Mieterbund und Politiker der Linken warnen vor den Konsequenzen dieser Sparpolitik. Sie befürchten eine drastische Wohnungsnot in den kommenden Jahren. Der Mieterbund rechnet mit einem Bedarf an rund 825.000 Wohnungen für sozial schwache Menschen bis zum Jahr 2017.
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