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Elbphilharmonie: Kostenexplosion sorgt für horrende Architekten-Honorare

08.2.2013, geschrieben von in der Kategorie: Finanzen,Gewerbeimmobilien,Immobilien-Märkte

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Elbphilharmonie Hamburg

© Wikimedia Commons/Kmorozenkow

Dass die Kosten für die Elbphilharmonie inzwischen gigantische Höhen erreicht haben, dürfte zumindest die Architekten des unglückseligen Bauprojektes im Hamburger Hafen erfreuen: Ihr Honorar ist aufgrund der Kostenentwicklung inzwischen auf fast 94 Millionen Euro angestiegen. Ursprünglich sollte die gesamte Philharmonie „nur“ 77 Millionen Euro kosten.

Nach einem Bericht von Spiegel Online ist ein neues Abkommen zwischen der Stadt Hamburg und dem Essener Baukonzern Hochtief in Vorbereitung. Ziel: Die seit einem Jahr mehr als schleppenden Bauarbeiten wieder in Gang zu bringen. So soll die Stadt Hamburg nochmal 198 Millionen Euro an den Konzern zahlen. Im Gegenzug verspricht Hochtief, das Gebäude garantiert fertig zu bauen.

Kommt es zur Einigung, erhalten die beteiligten Architekturbüros Herzog & de Meuron sowie Höhler + Partner noch einmal 35 Millionen Euro Nachschlag auf ihr Honorar. Allein acht Millionen Euro sollen die Architekten von Herzog & de Meuron nur dafür bekommen, dass sie weiterhin die künstlerische Oberleitung des Projektes wahrnehmen.

Insgesamt, so die Berechnungen von Spiegel Online, dürfte die Elbphilharmonie am Ende mindestens 575 Millionen Euro gekostet haben. Nahezu niedlich wirkt im Vergleich dazu die ursprünglich veranschlagte Gesamtsumme für das Bauprojekt in Höhe von 77 Millionen Euro.

Trotz des auf den ersten Blick äußerst üppigen Honorars, geht das Büro Herzog & de Meuron nicht davon aus, dass Projekt Elbphilharmonie mit einem Gewinn abschließen zu können. So seien neben den beiden federführenden Büros weitere 32 Firmen als Subunternehmer an der Planung beteiligt. Durch Herzog & de Meuron wurden in den vergangenen 6,5 Jahren im Schnitt monatlich 46 Mitarbeiter an dem Projekt beschäftigt. Auch für den Baukonzern Hochtief zeichnet sich nach dem Bericht ein Verlustgeschäft ab.

Unabhängig von der derzeitigen Entwicklung ist bis heute offen, woher die vielen Probleme auf der Baustelle überhaupt kommen. Baukonzern und Architekturbüros machen sich gegenseitig für Schwierigkeiten verantwortlich.