Energieberatung frei Haus: Altmaiers Erziehungsplan für umweltbewusste Bürger
17.8.2012, geschrieben von Charlotte Salow in der Kategorie: Blog
Folgende Tags wurden vergeben: Energieberatung, Strompreise
Als Nachfolger des geschassten ehemaligen Umweltministers Norbert Röttgen muss Peter Altmaier nun beweisen, dass er es besser kann. Sein Programm: In zehn Schritten sollen Wirtschaft und Endverbraucher zu mehr Ressourcenschonung angehalten werden – unter anderem mit kostenloser Energieberatung.
Zu einem „identitätsstiftenden Gemeinschaftswerk“ will der CDU-Politiker laut Spiegel Online die Energiewende machen. Das heißt, sowohl Wirtschaft als auch Endverbraucher sollen von der Sinnhaftigkeit des Projektes überzeugt sein – und sich entsprechend sparsam beim Energiekonsum zeigen. Ein nicht ganz einfaches Ansinnen, denn das vorrangige Ziel von Unternehmen ist es, Produktion und Umsatz zu erhöhen, und dafür braucht es immer mehr Energie. Endverbraucher ächzen jetzt schon angesichts hoher Stromkosten – durch den Ausbau der erneuerbaren Energien ist mit weiter steigenden Preisen zu rechnen. Keine guten Voraussetzungen also für ein „identitätsstiftendes Gemeinschaftswerk“.
Besonders hart treffen Strompreiserhöhungen Geringverdiener und Sozialhilfeempfänger. Um diese Gruppe vom Projekt Energiewende zu überzeugen – oder zumindest nicht zu erbitterten Gegnern werden zu lassen – soll sie Hilfe beim Energiesparen erhalten. Schließlich könne im Haushalt bis zu 30 Prozent an Strom gespart werden. Wie das geht, soll ein Energieberater erklären – für Einkommensschwache soll der kostenlos sein.
Insgesamt 10 Punkte umfasst das Altmaier-Programm zum Erreichen der Energie-Ziele der Umweltregierung. Darunter: Konsens schaffen beim Thema nukleare Entsorgung, „Naturschutz und Gewässerschutz voranbringen“, „Bürgerbeteiligung und Transparenz als Voraussetzung erfolgreicher Umweltpolitik“ und – besonders schön schwammig – „Perspektive 2030“.
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