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Experte warnt dringend vor Investitionen in spanische Immobilien

26.6.2012, geschrieben von in der Kategorie: Immobilien-Märkte

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© Wikimedia Commons/ Bernard Gagnon

Der spanische Immobilienexperte und Buchautor Borja Mateo hat alles andere als Vertrauen in sein Vaterland. Er rät dringend von Investitionen in spanische Immobilien ab. Dabei erhebt er schwere Vorwürfe gegen den spanischen Staat: Der habe kräftig an der Immobilienkrise des Landes verdient und sei mitverantwortlich für die Finanzmisere in Spanien.

Im Interview mit dem Handelsblatt verweist Mateo darauf, dass das Angebot an Immobilien in Spanien die Nachfrage um das 17-fache übertrifft. Das heißt, auf 17 Häuser zum Verkauf kommt rein rechnerisch nur ein Interessent. Insgesamt stehen auf dem spanischen Immobilienmarkt 1,9 Millionen Häuser zum Verkauf, 1,3 Millionen befinden sich im Bau. Damit nicht genug: satte 2,6 Millionen Häuser in Spanien stehen leer. Und zwar in den Metropolen des Landes wie Madrid oder Barcelona.

Der Immobilienexperte rechnet damit, dass die Preise für Häuser in diesem Jahr nochmals um bis zu 25 Prozent zurückgehen werden. Vor diesem Hintergrund reiche der 100 Milliarden Euro große Rettungsschirm der Europäischen Union für die spanischen Banken nicht aus, befürchtet Mateo.

Der Staat habe dabei erheblich zum Entstehen und Wachsen der Immobilienblase des Landes beigetragen, so der Immobilienexperte. „Je höher die Preise für die Häuser wurden, desto größer waren auch die Staatseinnahmen durch Steuern. Der Wert der Immobilien wurde stets höher geschätzt als er tatsächlich war“, zitiert das Handelsblatt den Kritiker. Außerdem habe der Staat den Banken bei der Kreditvergabe größtmögliche Freiheit gelassen.

Die spanische Nationalbank habe ihre Aufsichtspflicht gegenüber den Banken verletzt. Statt dessen habe sie selbst größtes Interesse am drastischen Anstieg der Immobilienpreise in Spanien gehabt.

Die Zahlen, die Mateo nennt, sprechen eine deutliche Sprache. Musste ein Spanier 1975 noch etwa fünf Jahresnettogehälter für ein Haus bezahlen, waren es im Jahr 2006 stolze 15. Unter dem Immobilienboom in Spanien hat die gesamte Industrie gelitten. Denn statt ihr Geld in Autos oder andere Industriegüter anzulegen, investierten die Spanier horrende Summen in Beton und Steine. Die Folge: Die Wirtschaft des Landes kam ins Trudeln, die Immobilienpreise kletterten in unglaubliche Dimensionen – bis nun die Blase platzte.