Ferienimmobilien: Preisverfall in Portugal
18.7.2011, geschrieben von Charlotte Salow in der Kategorie: Immobilien-Märkte
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Strikte Sparmaßnahmen des Staates und eine schrumpfende Wirtschaft zwingen immer mehr Portugiesen, ihr Eigenheim zu verkaufen. Vor allem Deutsche und Briten nutzen den Preisverfall, um eine Ferienimmobilie zum Schnäppchen-Preis zu erwerben.
Armes Portugal: Immer mehr Iberer leben unterhalb der Armutsgrenze, denn an die Vergabe des milliardenschweren Sparpakets der EU sind strikte Sparauflagen geknüpft. Um die zu erfüllen, erhöhte die Regierung die Steuern, kürzte Renten und Gehälter im öffentlichen Dienst sowie Arbeitslosengelder. Die Zahl der Erwerbslosen wuchs auf mehr als 12 Prozent und die Quote steigt weiter, da die Wirtschaft auch dieses Jahr voraussichtlich um zwei Prozent schrumpft.
Um ihre Haushaltskasse aufzubessern, versuchen viele Iberer ihre Immobilien zu verkaufen, z.T. ist das jedoch nur mit erheblichen Verlusten möglich. „Es gibt im ganzen Land weit mehr Immobilienangebote als Nachfrage“, sagte Josh Miller, Ökonom beim internationalen Immobilienbewerterverbund Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS) der WELT. In manchen Regionen des Landes sanken die Preise seit Beginn der Krise um mehr als 50 Prozent. Während 2007 ein freistehendes Haus an der Südküste des Landes nicht unter 200.000 Euro zu haben war, werden solche Objekte inzwischen für weniger als 100.000 Euro feilgeboten. Vor allem deutsche und britische Urlauber nutzen den Preisverfall, um günstig eine Ferienimmobilie in Portugal zu kaufen.
Für die Einheimischen besteht jedoch Hoffnung, dass sie bald wieder mehr für ihr Hab und Gut verlangen können. „Unsere jüngste Umfrage unter Maklern hat ergeben, dass die Nachfrage nach Zweitwohnsitzen in dieser Region wieder anzieht“, weiß Ricardo Guimarães von der portugiesischen RICS-Sektion. Für die Portugiesen bleibt zu hoffen, dass es sich nicht nur um eine vorübergehende Erholung handelt.
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