Finanzdienstleister AWD: Negativ-Schlagzeilen mit Kanzler und Kommerz
04.3.2011, geschrieben von Charlotte Salow in der Kategorie: Blog,Finanzen
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Der Finanzvermittler AWD macht mal wieder Schlagzeilen: Laut Informationen von Spiegel online hat der Konzern unter der Leitung von Carsten Maschmeyer im Bereich Immobilien riskante Finanzprodukte an Geringverdiener in bisher unbekanntem Ausmaß verkauft. Außerdem Brisant: Die Beziehung des AWD-Gründers zu Gerhard Schröder war wohl nicht rein privat – rund eine Millionen Euro soll Maschmeyer dem Ex-Kanzler für seine Memoiren gezahlt haben.
Immer wieder steht der AWD (Allgemeiner Wirtschaftsdienst), inzwischen Teil des Versicherungsunternehmens Swiss Life, wegen seiner Vertriebstrukturen in der Kritik. Das Geschäft des Unternehmens ist es, Finanzprodukte über Handelsvertreter an private Haushalte zu verkaufen. Die Vertreter arbeiten auf Provisionsbasis und müssen eine bestimmte Quote erfüllen – von manchen wird die Struktur mit der von Drückerkolonnen verglichen.
Nicht nur die Arbeitsbedingungen, auch die vertriebenen Finanzprodukte werden von Verbraucherschutzorganisationen scharf kritisiert: Wie Spiegel online berichtet, verdiente das Unternehmen in der Vergangenheit vor allem an Provisionen aus den Bereichen Immobilien/steueroptimierte Anlagen und geschlossenen Fonds. So vermittelten die AWD-Vertreter unter anderem Fondsanteile an verlustreichen Anlagen wie dem Dreiländerfonds und dem IMF-Medienfonds. Beide hatten wegen ihres hohen Wertverfalls – z.T. von fast 100 Prozent – für Aufruhr unter den Anlegern gesorgt. Der AWD versprach seinen Kunden jedoch hohe Renditen – das belegen laut Spiegel online interne Unterlagen. Vielfach wurden die hochriskanten Anlagen an finanzschwache Kunden vermittelt. Für den AWD ein lohnendes Geschäft: Das Unternehmen verdiente bei der Vermittlung solcher Produkte durchschnittlich 1.120 Euro.
Etwas positiver beschrieb Gerhard Schröder die Arbeit der Vertreter 2004 in einer Rede vor den AWD-Führungskräften: „Sie als AWD-Mitarbeiter erfüllen eine staatsersetzende Funktion. Sichern Sie die Rente Ihrer Mandanten, denn der Staat kann es nicht.“
Eine Hand wäscht die andere: Nachdem Schröder sich aus dem Amt verabschiedet hatte, soll er mit Maschmeyer einen Vertrag über rund eine Million Euro für seine Memoiren abgeschlossen haben. Maschmeyer, heutzutage bekannter durch die Liaison mit Schauspielerin Veronica Ferres, dementierte die Zahl gegenüber Spiegel online nicht.
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