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Finanzierung des neuen Luxushotels „Adlon“ ist ein unsicheres Geschäft

09.1.2013, geschrieben von in der Kategorie: Immobilien-Märkte

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Hotel Adlon, Berlin

© Raimond Spekking / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)

In diesen Tagen erhält das Luxushotel „Adlon“ in Berlin dank eines TV-Mehrteilers viel Publicity. Wirtschaftlich läuft es hingegen weniger gut: Denn nicht nur der Erbauer Lorenz Adlon fuhr in den Anfangsjahren Millionenverluste ein, auch die Geschäfte der Investoren im neuen Adlon laufen nicht so gut wie erhofft.

Wie focus.de berichtet, hatte Anno August Jagdfeld – nicht erst seit der Pleite seines Grandhotels in Heiligendamm in der Branche eine bekannte Figur – 1994  einen Fonds aufgelegt, um Geld für den Wiederaufbau des einst bedeutenden Berliner Hotels „Adlon“ zu sammeln. Das Original brannte nach überstandenem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1945 nieder.

Privatpersonen und institutionelle Anleger gaben insgesamt 223 Millionen für das Prestige-Gebäude. Rund 380 Millionen kostete Jagdfeld damals der Neubau. Seit 1997 ist das „Adlon“ unweit des Brandenburger Tors wieder geöffnet. Betreiber ist die Kempinski-Gruppe, die eine jährliche Pacht in Höhe von gut zwölf Millionen Euro leistet.

Auf die angekündigten satten Ausschüttungen warten die Anleger laut focus.de seit der Hotel-Eröffnung aber vergeblich. Anders als nämlich zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist hundert Jahre später das Luxushotel-Segment in Berlin hart umkämpft. 25 Nobel-Herbergen gibt es in der Hauptstadt. Im Laufe der Jahre wollten die Anleger Jagdfeld gar absetzen. Der aber überstand bis zum heutigen Tag jede Revolte der Geldgeber gegen seine Person

In den vergangenen drei Jahren lief es etwas besser: So erhielten die Anleger 2010 und 2011 eine Ausschüttung in Höhe von ein Prozent des Eigenkapitals. Im Jahr 2012 blieb sogar erstmals nach der Wiedereröffnung nach Abzug von Pachtzins und Managementgebühren ein Gewinn in Höhe von rund 350.000 Euro für den Betreiber übrig. Trotz laufender juristischer Ermittlungen gegen Jagdfeld sprachen ihm die Geldgeber im vergangenen Jahr wieder ihr Vertrauen aus.

Auf einen Werbe-Erfolg für das „Adlon“ scheint die Kempinski-Gruppe wohl auch nach der Verfilmung zu hoffen. So verlängerte die Gruppe erst im vergangenen Jahr ihren Pachtvertrag mit Jagdfeld um 20 Jahre bis zum Jahr 2032.