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Forscher weisen radioaktive Strahlung in Lehmhäusern nach

19.4.2012, geschrieben von in der Kategorie: Bauen

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© Wikimedia Commons/Ralph oesker

Lehm gilt als der Vorzeige-Öko-Baustoff. So unbedenklich, wie bisher angenommen, ist er aber wohl nicht. Forscher des Helmholtz-Zentrums München haben in Versuchen radioaktive Strahlung in Lehm-Häusern nachgewiesen.

Unter die Lupe nahmen die Wissenschaftler Lehmhäuser in China und ein Fachwerkhaus im bayrischen Steinfeld nahe Bamberg. Zwei Wochen lang haben die Wissenschaftler in dem nur zum Teil aus Lehm gebauten Fachwerkhaus die Werte gemessen und das Ergebnis anschließend auf das Jahr hochgerechnet. Das Ergebnis: Ein Bewohner, der sich täglich zehn  Stunden in dem Haus aufhält, würde eine Strahlendosis von 1,6 Millisievert pro Jahr abbekommen.

Da die durchschnittliche Dosis in Deutschland bei 2,1 Millisievert liegt, scheinen die Ergebnisse auf den ersten Blick nicht besonders besorgniserregend. Allerdings weisen die Forscher darauf hin, dass das Haus in dem gemessen wurde, leer steht und dadurch gut gelüftet ist. Außerdem sind im Haus nur zwei Wände und die Decke aus Lehm gefertigt. Wäre das Gebäude komplett aus Lehm gefertigt, läge die Strahlenbelastung bei etwa 4,6 Millisievert, errechneten die Wissenschaftler laut Spiegel Online. Damit läge die Belastung deutlich über dem empfohlenen Richtwert der WHO (Weltgesundheitsorganisation) von 3,0 Millisievert für Atemluft. Wird dieser überschritten, steigt das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken deutlich an.

Die Ursache der Strahlung ist folgende: Im Lehm ist Thorium enthalten. Dies ist ein schweres, stabiles Element mit einer Halbwertszeit von 14 Milliarden Jahren. Wenn das Element zerfällt entsteht Thoron, ein radioaktives Isotop des Edelgases Radon.