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Gebäudedämmung: Vorerst keine schärferen Brandschutzregeln für Styropor

28.11.2012, geschrieben von in der Kategorie: Bauen,Recht

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Gebäudedämmung

Gebäudedämmung, © Wikimedia Commons/Alterfalter

Wer sein Haus dämmt, benutzt dazu in der Regel Styropor. Doch Kritiker fürchten um die Sicherheit, denn Styropor gilt als leicht entflammbar. Eine Initiative für strengere Brandschutzregeln beim Einsatz von Polystyrol zur Wärmedämmung von Gebäuden ist jedoch vorerst gescheitert. Die Branche atmet auf.

In der Kritik stand der Dämmstoff nach einem Brand in Frankfurt am Main, berichtet Spiegel Online. Innerhalb kürzester Zeit stand die Fassade eines sechsstöckigen Baus in Flammen. Das Gebäude war erst kurz zuvor mit Styropor verkleidet worden. Daraufhin hatte die Bauministerkonferenz eine Zulassungsprüfung für Styropor in Auftrag gegeben.

Ergebnis: Die Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) mit Polystyroldämmstoffen sind „ordnungsgemäß zertifiziert und bei der zulassungsentsprechenden Ausführung sicher“, zitiert Spiegel Online den Bericht der Konferenz. Befremdlich mutet an, dass der Fachverband Wärmedämmverbundsysteme schon zwei Wochen vor der Bauministerkonferenz seine Mitglieder über das Ergebnis der Prüfung informiert hat.

Der Brand in Frankfurt am Main soll laut Spiegel Online nicht der erste gewesen sein, bei dem der Dämmstoff extrem schnell verbrannt war. So lag den Bauministern eine vorläufige Liste der Feuerwehren vor, die allein seit Anfang 2011 ein Dutzend Brände aufzählt, bei denen Styropor eine entscheidende Rolle gespielt hat.

Auch ein Versuch der Materialprüfanstalt in Braunschweig von November 2011 wirft kein gutes Licht auf den weit verbreiteten Dämmstoff: Dabei war das Polystyrol schon drei Minuten nach Ausbruch des Feuers brennend abgetropft, nach acht Minuten stand die ganze Wand in Flammen. Hinzu kam schwarzer giftiger Rauch, der sich in kürzester Zeit ausbreitete.

Die Hersteller und das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) verweisen derweil auf die deutsche Norm DIN 4102, wonach Dämmplatten aus Polystyrol geprüft und sicher seien. Experten führen hingegen eine strengere Prüfnorm, die DIN EN 13501, an. Werden die Tests auf dieser Grundlage durchgeführt, gilt Polystyrol nicht als schwer, sondern als normal entflammbar. Demnach dürfte es für die Dämmung von Gebäuden mit mehr als sieben Metern Höhe nicht mehr eingesetzt werden. Die Zulassungsbehörde DIBt hat jedoch noch keine Konsequenzen gezogen. Sie lässt den Herstellern noch die Wahl, nach welcher Prüfnorm sie die Entflammbarkeit von Polystyrol testen.