Gedenkstein für August Endell
06.5.2011, geschrieben von Sarah Tebbe in der Kategorie: Bauen,Design
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© Wikimedia Commons/ Manfred Brückels
August Endell war einer der einflussreichsten deutschen Architekten des Jugendstils. Jetzt hat ihn die Gemeinde Wyk auf Föhr mit einem Gedenkstein geehrt.
Endell hatte 1897/98 ein Nordseesanatorium am Südstrand der Insel gebaut. „Es war eines der europaweit bedeutendsten Jugendstilbauwerke, aber wir waren nicht in der Lage, es zu erhalten”, gestand Bürgermeister Heinz Lorenzen dem Inselbooten bei der Eröffnung des Gedenksteins, der von nun an im Nordsee-Kurpark steht. 1991 ließen die Insulaner das Gebäude abreißen.
August Endell wurde vor allem durch die Gestaltung des ersten der Hackeschen Höfe bekannt. Der Endell’sche Hof fällt vor allem durch seine bunt glasierten Fassaden auf. Sein zur Lebzeiten berühmtestes Bauwerk ist die Fassade des Fotoateliers Elvira in München (1896/1897). Den extra für die Fassade gestalteten Jugendstildrachen schlugen die Nationalsozialisten 1937 ab. 1944 zerstören Bomben das komplette Haus.
August Endell studiert Philosophie und Psychologie in Tübingen und München. Er besucht die Vorlesungen von Theodor Lipps in München wird auf das Phänomen der Sinneswahrnehmung aufmerksam, mit dem er sich darauf hin intensiv beschäftigt. 1896 lernt er Hermann Obrist kennen, dessen Werke ihn dazu bewegen, seine Ideen in Architektur und Kunsthandwerk umzusetzen. Endell eignete sich sein Wissen selbst an und hat nie Architektur studiert. 1918 wird er Direktor der Staatliche Akademie für Kunst und Kunstgewerbe Breslau. Sieben Jahre später stirbt er in Berlin.
Während der Gedenksteinenthüllung erinnerte der Wyker Bürgermeister vor allem an den 18 Meter hohen First des Küchenhauses des Nordseesanatoriums, der schon von weitem zu sehen war. Vom Gebäude selbst ist nach dem Abriss nichts mehr erhalten geblieben, nur noch Bilddokumente im Archiv zeigen das Bauwerk des Berliners.
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