Gewerbeimmobilien: Investitionsvolumen steigt
04.2.2010, geschrieben von Carsten Germann in der Kategorie: Finanzen,Gewerbeimmobilien,Immobilien-Märkte
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Von wegen Krise! Das Interesse an Gewerbeimmobilien hat weltweit wieder zugenommen. Wie die Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS) in dem aktuell in Frankfurt am Main vorgestellten Report „Global Property Survey“ (GPS) aufzeigte, stieg das Investitionsvolumen für Gewerbeimmobilien im vierten Quartal 2009 um satte 70 Prozent. Besonders die Märkte für Gewerbeimmobilien in Brasilien und für Gewerbeimmobilien in China legten zu.
Hintergrund: Geringe Zinssätze und relativ hohe Renditen machten Investoren weltweit wieder Appetit auf Gewerbeimmobilien. In Brasilien stieg laut RICS die Erwartungshaltung zur Entwicklung auf dem Investmentmarkt von 29 Prozent im dritten Quartal 2009 auf 61 Prozent im vierten Quartal des abgelaufenen Jahres, in China stiegen die Investitionen von 47 auf 58 Prozent an. Sorgenkind bleibt jedoch nach Ansicht der Immobilienprofis von RICS weiterhin der Markt für Gewerbeimmobilien in den USA. Hier ging die Zahl der getätigten Transaktionen weiter zurück.
In Europa war laut RICS die Zuversicht in die Miet- und Investmentmärkte im vierten Quartal 2009 weiterhin negativ, insgesamt jedoch nicht ganz so pessimistisch als in den ersten drei vorangegangenen Quartalen des Jahres 2009. Im gerade angelaufenen Jahr 2010, so ist man bei RICS sicher, werden niedrige Zinssätze zusätzlich die Preisbildung fördern und das Immobilienangebot auf der Verkäuferseite begrenzen.
In den meisten westeuropäischen Märkten stieg die Zahl der Bieter pro Immobilienangebot im vierten Quartal 2009 an, wobei der höchste Anstieg bei den Märkten für Gewerbeimmobilien in Frankreich und für Gewerbeimmobilien in den Niederlanden zu beobachten war. Italien, die Schweiz und Zypern mussten dagegen Rückgänge verbuchen. In Bulgarien, Rumänien, Ungarn und in der Türkei war es ähnlich, auch in diesen Ländern gab es weniger Investmentaktivitäten als in anderen Immobilienmärkten in Europa.
Weltweite „Sorgenkinder“ in Bezug auf die Mietentwicklung sind die Immobilienmärkte in Spanien, der Türkei, in Skandinavien und Kroatien. Positiv schätzen die Immobilienexperten von RICS dagegen die Märkte für Gewerbeimmobilien in der Ukraine, in der Schweiz, in Österreich und in Portugal ein. Das innerhalb des Reports analysierte Mietflächenangebot stieg im vierten Quartal 2009 in 90 Prozent der Länder weltweit, Ausnahmen blieben Brasilien, Peru, Venezuela, Österreich, Hongkong und Ghana.
Im ersten Quartal 2010, so die Einschätzung von RICS, werden besonders die so genannten Entwicklungsmärkte, insbesondere die Immobilienmärkte in Lateinamerika und in Asien zu einem weiteren Aufschwung beitragen. Die Entwicklung der Immobilienmärkte in den USA, Japan, Deutschland, Italien und den Vereinigten Arabischen Emiraten werden sich nach Meinung der RICS-Experten „weiterhin verhalten entwickeln“.
„Die Ergebnisse des aktuellen Global Property Surveys zeigen deutlich, dass sich die Immobilienwirtschaft in den Entwicklungsmärkte am positivsten darstellt“, kommentiert Simon Rubinsohn, Chef-Ökonom der RICS, „wichtig ist zudem, dass wir eine weitere Verbesserung des Investoreninteresses und stabile Mietmärkte festgestellt haben. Das ist der Schlüssel, um einen nachhaltigen Aufschwung zu etablieren.“
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