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Griechen verkaufen aus Geldnot ihre Inseln

07.5.2012, geschrieben von in der Kategorie: Immobilien-Märkte

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© Wikimedia Commons/pastitio

Wer schon immer von einer eigenen kleinen Insel geträumt hat, könnte sich schon bald seinen Traum erfüllen. Die anhaltende Finanzkrise in Griechenland zwingt viele Hellenen ihre privaten Eilande zu verkaufen. Die Folge: Derzeit gibt es Inseln zu kaufen, die bisher niemals dem Markt zur Verfügung standen.

Experten sind sich einig: Es wird kaum eine bessere Gelegenheit geben, an solch gefragte Immobilien zu kommen. Auf Hochglanzbroschüren, im Internet und auf Immobilienportalen werben laut Berliner Morgenpost Vermittler um zahlungskräftige Kunden aus aller Welt. Im Angebot: hochwertige Grundstücke an der Küste und private Inseln in der Ägäis.

Die Bereitschaft privater Immobilienbesitzer, ihr Hab und Gut auf dem internationalen Markt anzubieten, ist neu in Griechenland. Das könnte nun auch Folgen auf die neue griechische Regierung haben. Bisher war es für die Landesführung ein Tabu, Staatsimmobilien zu veräußern. Das könnte sich nun ändern. Schon denken erste Politiker in Athen darüber nach, die Staatskasse auf diesem Wege aufzubessern. Der griechische Staat besitzt mehr als 6.000 Inseln im Ägäischen und Ionischen Meer. 277 davon sind bewohnt, 60 Inseln sind Privatbesitz von Konzernen, Familien oder Investoren. Der Zustand der Inseln ist sehr unterschiedlich: Einige bestehen nur aus schroffen Felsformationen, andere sind weitgehend unberührt und lassen angesichts ihrer Lage und Beschaffenheit die Herzen von Investoren höher schlagen.

Es sind die Folgen der Wirtschaftskrise, die private Immobilienbesitzer in diesen Tagen zum Umdenken bewegen. Denn im Zuge der Krise hat der griechische Staat die Steuern für Immobilienbesitzer drastisch angezogen. Manch Privateigentümer ist nicht gewillt, für ein einst ererbtes Eiland so tief in die Tasche zu greifen und entscheidet sich deshalb für einen Verkauf.

Für öffentliches Interesse sorgte unlängst der Verkauf der Insel Oxia. Traditionell in Besitz der griechisch-australischen Familie Stamoulis, gehört das Eiland nun dem Königshaus von Katar. Der Kaufpreis klingt eher bescheiden: für fünf Millionen Euro ging das Geschäft über die Bühne. Dabei war die Insel Oxia im Ionischen Meer für 6,9 Millionen Euro ausgewiesen. Das Eiland ist 4.223 Quadratkilometer groß und gänzlich  unbewohnt. Dem Vernehmen nach wollen die neuen Besitzer das Eiland touristisch entwickeln.

Die finanzstarken Investoren aus den Nahen Osten unternehmen in diesen Tagen eine ausgedehnte Shoppingtour durch Griechenland. So hat das Königshaus von Katar bereits Interesse am Gelände des ehemaligen Athener Flughafens angemeldet.