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Günstige Kredite, teurer Kauf: Preisanstieg bei Immobilien frisst Ersparnis bei Krediten auf

30.3.2012, geschrieben von in der Kategorie: Immobilien-Märkte

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© Wikimedia Commons/Zefram

Wer eine Immobilie in stark nachgefragten Regionen kaufen möchte, steht vor einem Dilemma: Einerseits waren die Kreditkonditionen nie so günstig wie heute. Andererseits explodieren mancherorts die Immobilienpreise. Deshalb tendiert die  Konditionsersparnis bei Darlehen vor allem in Großstädten gegen Null.

Wie der Baufinanzierer Enderlein aus Bielefeld mitteilt, sind in den vergangenen drei Jahren vor allem in Metropolen hochwertige Immobilien um bis zu 65.000 Euro teurer geworden. Im Vergleich dazu sind die Kosten für einen Durchschnittskredit um rund 37.000 Euro gesunken. Unterm Strich profitieren Käufer so nicht mehr von günstigen Kreditkonditionen.

Zwei Entwicklungen, eine Ursache: Sowohl Zinstief als auch Kostenanstieg bei Immobilien beruhen auf der aktuellen Finanzkrise. Sie hat zu einer Flucht in Sachwerte sowie zu billigen Krediten geführt. „Ob ein Immobilienkäufer durch die Krise tatsächlich beim Objektkauf sparen kann, hängt maßgeblich davon ab, wo die eigenen vier Wände stehen sollen“, sagt Manfred Hölscher vom Baugeldvermittler Enderlein.

Denn die Flucht der Investoren und Privatanleger aus Aktienmärkten in den Immobilienmarkt hat zu einem enormen Anstieg der Nachfrage und deutlich höheren Immobilienpreisen geführt. Und das gilt nicht nur für neuwertige Gebäude in Ballungsgebieten. Selbst bei Bestandsimmobilien mit mittlerem Wohnwert klettern die Preise. Der Immobilienverband Deutschland (IVD) hat von 2009 bis 2011 zum Beispiel in Ostberlin ein Plus um 8,3 Prozent, in Westberlin um 7,6 Prozent ausgemacht. In Hamburg waren es gar 11,7 Prozent. Selbst in kleineren Städten zahlen Käufer heute rund 100 Euro mehr pro Quadratmeter. So kann das Zinstief in Durchschnittslagen die Mehrkosten nur noch bei einer Kredithöhe von bis zu 150.000 Euro auffangen.

Doch gerade in den Metropolen gibt es laut Enderlein-Mitteilung keinen Durchschnitt. Zum Teil seien die Preise dort um bis zu 50 Prozent geklettert. Betroffen ist vor allem der Großraum München. Das belegen die Zahlen des Gutachterausschusses der bayerischen Hauptstadt. Dort zahlen Immobilienkäufer heute im Durchschnitt rund 28.000 Euro mehr für eine Immobilie als noch im Jahr 2009 – dabei ist die Kreditersparnis schon eingerechnet.

Anders sieht es in weniger gefragten Regionen aus. Dort sind Einsparungen durch die günstige Zinsentwicklung eher zu erwarten. Die Kaufpreise steigen zum Beispiel im Großraum Bielefeld nur sehr moderat.