Immonet News
Nachrichten und Infos über Immobilien – von Immonet

Hamburger Immobilienmarkt: Der Schutz der Ureinwohner

14.11.2011, geschrieben von in der Kategorie: Blog,Immobilien-Märkte

Folgende Tags wurden vergeben: ,

Hamburger Schanzenviertel

© Wikimedia Commons/Emma7stern

Das Schanzen- und das Karolinenviertel in Hamburg haben es schon hinter sich, Ottensen ist so gut wie okkupiert und in St.Georg ist der Prozess im vollem Gange – gemeint ist die „Yuppisierung“ der ehemaligen Arbeiter- und Multikultiviertel. Letzte Hoffnung der alteingesessenen Bewohner ist die sogenannte Soziale Einhaltungsverordnung.

Alte Gebäude werden abgerissen und neue, hochmoderne Bauten hochgezogen, Mietwohnungen in Eigentum umgewandelt, Wohnhäuser weichen Gewebeflächen, die Mieten steigen drastisch. Die Gentrifizierung, wie der wissenschaftliche Begriff für solche Umwandlungsprozesse heißt, schreitet in vielen Hamburger Vierteln voran. In manchen Stadtteilen gilt jedoch eine sogenannte Einhaltungsverordnung und mit Berufung auf diese können Neubauten und Umwandlungen verhindert werden. „Für St. Pauli und St. Georg treten die Verordnungen vermutlich noch im Dezember in Kraft“, sagt Markus Schreiber, Leiter des Bezirksamtes Mitte laut abendblatt.de. Ein solcher Schutz der „Ureinwohner“ ist auch für Ottensen und das Schanzenviertel geplant. „Wir hoffen, dass wir noch in diesem Jahr die Erhaltungsverordnungen anstoßen können, sodass sie im Frühjahr in Kraft treten“, sagt Nils Fischer, Sprecher des Bezirksamtes Altona dem Abendblatt.

Dass es sich um ein wirksames Instrument handelt, hat sich schon in der Vergangenheit erwiesen: Bereits 1995 wurde die Verordnung für die südliche Neustadt herangezogen und trug zur Stabilisierung der Bevölkerung bei. In St.Georg, Eimsbüttel, Hoheluft und Uhlenhorst hingegen zogen Politiker das Instrument wieder zurück. Um keine Grundlage für Klagen von Eigentümern zu bieten, müssen den Verordnungen umfassende und teure Untersuchungen der Miet- und Kaufpreise, der Haushalts- und Einkommensstruktur vorausgehen – wohl ein Grund dafür, dass die Umsetzung der sozialen Einhaltungsverordnung in manchen Stadtteilen sehr langsam vonstattengeht.