Hamburger Kiez: Künstler kämpfen für Erhalt der Esso-Häuser
23.6.2011, geschrieben von Charlotte Salow in der Kategorie: Blog
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Der Hamburger Kiez ist für Investoren zu einem begehrten Betätigungsfeld geworden – immer mehr Büros und Wohnungen für gehobene Ansprüche werden hier gebaut. Alteingesessene Bewohner und Einrichtungen werden dadurch verdrängt, sie können sich die hohen Mietpreise nicht leisten. Gegen den Abriss der Esso-Häuser, ein Kiez-Komplex mit Kultstatus, hat sich prominenter Widerstand formiert.
Ihren Namen tragen die Häuser, weil sie sich um die Esso-Tankstelle auf der Reeperbahn gruppieren. 2009 erwarb die Bayerische Hausbau GmbH das 6.190 Quadratmeter große Areal. Das Unternehmen will die bestehenden Bauten abreißen, um neue Wohn- und Gewerbegebäude zu errichten. Die Meinungen zu dem Projekt sind geteilt. Während Anwohner und Kiez-Liebhaber darin eine Verdrängung von Unterprivilegierten und Reeperbahn-Kultur sehen, sind die Stadtoberen durchaus positiv gestimmt: „Dass die Kult-Tankstelle verschwindet, ist sehr schade. Dass dort neue Sozialwohnungen entstehen, ist gut. Wir werden dafür sorgen, dass kein Mieter verdrängt wird, sondern alle Mieter ein Rückkehrrecht erhalten. Ich glaube, dass wir das hinkriegen“, meint Markus Schreiber (SPD), Leiter des für die Reeperbahn zuständigen Bezirksamts Mitte, gegenüber dem Hamburger Abendblatt.
Musiker Ted Gaier ist anderer Meinung und plant zur Rettung der Häuser eine Kunstaktion. Andere Künstlerinnen solidarisieren sich: So sagte Rockmusiker Udo Lindenberg gegenüber dem Abendblatt: „Sie zerkloppen Stein für Stein von unsrer alten Heimat für die aufgeblasenen Schickimicki-Vampire.“ Auch Corny Littmann, Besitzer des Schmidt-Theaters an der Reeperbahn, sagte in der Tageszeitung: „Zur Esso-Tankstelle habe ich mal gesagt, sie sei der Marktplatz und der Dorfmittelpunkt von St. Pauli. Wenn man die Esso-Tankstelle schließt, sollte man sich Gedanken machen, wie man den Dorfmittelpunkt erhalten und gewährleisten kann.“
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