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Immobilien an der Côte d’Azur: Hier entspannen die Despoten

15.2.2011, geschrieben von in der Kategorie: Blog

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© Wikimedia Commons

Ben Ali

Nizza, St. Tropez und Monaco sind beliebte Urlaubsorte der Schönen und Reichen – und der Bösen. Auch die frisch verabschiedeten Herrscher von Tunesien und Ägypten besitzen hier – wie an so vielen anderen Orten – Luxus-Immobilien. Französische Staatsanwälte und Anti-Korruptions-Organisationen kämpfen nun darum, dass die rechtmäßigen Eigentümer die Reichtümer zurück erhalten – das Volk von Tunesien und Ägypten.

Die französische Küstenregion ist einer der teuersten Flecken der Welt – bis zu 50.000 Euro pro Quadratmeter muss man hier für eine Immobilie zahlen. Nur die Superreichen dieser Welt, darunter so mancher Super-Böse, können sich hier eine Bleibe leisten. So verbrachte der Ex-Präsident von Haiti, genannt Baby Doc, den Großteil seiner Exil-Zeit an der Côte d’Azur, der irakische Despot Saddam Hussein hatte eine Yacht vor der Küste liegen und auch die Diktatoren der Stunde, Ben Ali und Mubarak pflegten sich laut Spiegel online an der Côte d’Azur von den anstrengenden Regierungsgeschäften zu erholen – natürlich im eigenen Luxus-Domizil. Besonders dem Mehrfach-Milliardär Ben Ali und seinem Clan hat es Frankreich angetan – nicht nur an der Mittelmehr-Küste, auch in Paris besitzen die Alis zahlreiche Häuser und Apartments.

Diskretion ist für Immobilienagenturen und auch Provinz-Regierungen der Regionen eine unbedingte Voraussetzung, um von den reichen Eigentümern zu profitieren. Mit diesem Umstand haben die Fahnder der Pariser Staatsanwaltschaft und von Anti-Korruptions-Organisationen wie Sherpa und Transparency International schwer zu kämpfen: Sie setzen sich dafür ein, dass die Immobilien und Luxus-Güter, die sich die Despoten mit Geldern ihres Volkes leisteten, an die rechtmäßigen Eigentümer zurückgehen. Schon die Güter aufzuspüren und die Besitzverhältnisse nachzuweisen, ist kein einfaches Unterfangen, denn oft zeigen sich auch westliche Regierungen nur sehr bedingt kooperationsbereit – als besonders schweigsam gelten die Beamten in Monaco und an der Riviera. „Solange die verbrecherischen Herrscher an der Macht sind, traut sich kein westlicher Staat an das verbrecherische Geld heran“, sagte Myriam Savy von der französischen Sektion von Transparency International Siegel Online.

Allerdings lässt eine Aktion der Europäischen Union, die Anfang Februar stattfand, hoffen, dass ein Umdenken bei den Regierungen stattfindet: Die Brüssler Beamten ließen das Vermögen von Ben Ali und 46 weiteren Familienmitgliedern kurzerhand einfrieren. Der tunesische Diktator wird sich wahrscheinlich gut überlegen, ob er seinen (Zwangs-)Urlaub auch zukünftig in einem europäischen Urlaubsort verbringen wird.