Immobilien: Erstmals seit fast zwei Jahrzehnten wieder steigende Mieten in Deutschland
06.9.2010, geschrieben von Carsten Germann in der Kategorie: Immobilien-Märkte
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Renovierter Altbau am Prenzlauer Berg in Berlin: Auch in der Hauptstadt zogen die Mieten an. Bild: Fotolia.com
Wohnen in Deutschland wird teurer. Erstmals seit fast 20 Jahren stiegen die Mieten wieder stark an. er rapide. Wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F. A. S.) mit Bezugnahme auf das Immobilien-Marktforschungsinstitut Empirica berichtete, müssen Neumieter in Deutschland in kreisfreien Städten heute im Schnitt fünf Prozent mehr bezahlen als noch vor einem Jahr.
Damit nicht genug: In vielen einzelnen Städten stiegen die Mieten demnach noch stärker an. Beispiel Berlin: Wohnen in der Bundeshauptstadt kostet heute im Schnitt 14 Prozent mehr als noch 2009, in Düsseldorf stiegen die Mieten um satte 12 Prozent, in den rheinischen Metropolen Köln und Bonn um 12 Prozent. Auch Hamburg und Frankfurt legten in Sachen Mietniveau deutlich zu: Sieben Prozent beträgt die Mietsteigerung an Elbe und Main.
Hintergrund: Viele Städte haben in den letzten Jahren an Einwohnern gewonnen, die immer häufiger allein lebten, Empirica-Immobilien-Experte Reiner Braun: „Es sind aber nicht so viele neue Wohnungen gebaut worden. Außerdem hat sich in diesem Jahr der wirtschaftliche Aufschwung ausgewirkt. Die Leute sind zuversichtlicher geworden und ziehen auch eher einmal um. Deshalb können die Vermieter höhere Mieten durchsetzen.“
Seit 1993 sind die Mieten laut der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung kaum angestiegen. Das bestätigt auch der Marktforscher Andreas Schulten vom Institut Bulwien Gesa der Zeitung. „Relativ zu den Einkommen ist Wohnen in Deutschland 17 Jahre lang billiger geworden. Da setzt nun ein Nachholeffekt ein, so seine Analyse. Auch in kleineren Städten könnten die Mieten dem Bericht zufolge schnell steigen. In Zweibrücken (Rheinland-Pfalz, 34.100 Einwohner) beispielsweise seien die Preise um zwölf Prozent gestiegen. In Jena und in Rostock um acht Prozent. Nach wie vor gebe es allerdings Städte, in denen die Mieten nur langsam steigen, berichtet die „F.A. S.“. So seien in München neu vermietete Wohnungen nur drei Prozent teurer als vor einem Jahr, in Stuttgart zwei Prozent. Kiel kann sogar sinkende Mieten (vier Prozent) vorweisen.
Im Schnitt ermittelte Empirica der „F. A. S.“ zufolge deutschlandweit eine Mietsteigerung von 3,4 Prozent. Diese beziehen sich auf inserierte Kaltmieten für die Vermietung von 60- bis 80-Quadratmeter-Wohnungen mit gehobener Ausstattung, die im Jahr 2000 oder später gebaut wurden.
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