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Immobilien: Ikea verkauft Fertighäuser in Deutschland

16.2.2010, geschrieben von in der Kategorie: Bauen

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Schwedenhaus

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Wohnst Du noch oder lebst Du schon? – Am 3. März 2010 ist es soweit. Dann beginnt die offizielle Vermarktung der ersten Musterhäuser des schwedischen Möbel-Giganten Ikea in Deutschland. Auf dem Ikea-Gelände in Hofheim-Wallau (Hessen) werden dann die ersten Häuser präsentiert. Unter dem Namen Boklok („wohne clever“) werden die Bauten auf den deutschen Markt kommen und per Losverfahren verkauft. Über die gleichnamige Entwicklungsgesellschaft hat der Möbelhersteller mit dem schwedischen Bauunternehmen Skanska seit 1996 an die 4.000 Häuser in Skandinavien und Großbritannien an den Mann gebracht. Nun sollen auch die Deutschen clever wohnen.
Lizenzpartner der Ikea-Fertighäuser in Deutschland ist das Unternehmen Bien-Zenker im hessischen Schlüchtern. Dort jubelt man – mitten in der allgemeinen Nachfrageflaute im Neubausektor – über das sprunghaft angestiegene Interesse, dass die Schweden dem Fertighausbauer bescheren. „Einfach Wahnsinn“, jubelte Philipp S. Mühlbauer, Vorstandsmitglied bei Bien-Zenker, in der F. A. Z. (14. Februar 2010) „die Leute rennen uns schon jetzt die Tür ein.“

Ikea, die internationale Nummer eins in Sachen Wohn- und Einrichtungstrends, wird in Deutschland sein Sortiment mit den legendären Billy-Regalen, Kippan-Sofas und Faktum-Küchen um die passenden Reihenhäuser und Wohnungen erweitern. Das berichten BILD.DE und F. A. Z.net. Lizenzpartner ist Bien-Zenker. Das Unternehmen akquiriert für Ikea die Grundstücke, und dann Häuser zu bauen und zu verkaufen. Bis zum Jahresende wollen beide Partner insgesamt 60 Reihenhäuser und zweigeschossige Mehrfamilienhäuser mit 20 Wohnungen fertig stellen – im skandinavischen Stil. Dazu kommt ein Energiestandard, der den Anforderungen an ein KfW-70-Effizienzhaus genügt. Umweltfreundlich und bezahlbar sollen sie sein, die Ikea-Häuser, aber bloß nicht spießig. Zielgruppe sind junge Familien und Alleinerziehende, grundsätzlich aber alle Haushalte mit einem finanziell kleineren Budget. Die günstigsten Reihenhäuser will das Unternehmen schon für knapp 180.000 Euro anbieten – ohne Keller, aber inklusive Grundstückskosten. Für die angestrebten Standorte Wiesbaden, Hofheim und Offenbach im Rhein-Main-Gebiet sowie Nürnberg wäre ein solches Angebot angesichts der dortigen Grundstückspreise ein echter Knüller.

Ikea ist Kult – Nachdem der Möbelhersteller in den zurückliegenden Jahrzehnten die Wohnwünsche und Innenraumgestaltung der Deutschen nachhaltig geprägt hat, könnte er bald auch Impulse für die Wahl des Haustyps liefern. Ganz getreu dem Slogan: Baust Du noch oder wohnst Du schon? Der Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) Bad Honnef hofft auf den Schweden-Effekt. „Wenn Ikea seine Typenhäuser im großen Stil bewirbt, wäre das nur von Vorteil für die Branche, auch für die Anbieter höherwertiger Häuser“, sagt der BDF-Marketingfachmann Achim Hannott.

Für Philipp Mühlbauer von Bien-Zenker ist vor allem die Zugkraft des Namens Ikea entscheidend. Diese hohe Bekanntheit, so Mühlbauer in der F. A. Z., hätte zu zahlreichen Anfragen von Bürgermeistern geführt, die sich darum reißen würden, Grundstücke für die Boklok-Häuser bereitzustellen.