Immobilien in Bremen: Stabile Preise, gute Zeiten für Käufer
13.7.2010, geschrieben von Carsten Germann in der Kategorie: Immobilien-Märkte
Folgende Tags wurden vergeben: Bremen, Einfamilienhaus, Immobilienkauf, Reihenhaus
Der Markt für Immobilien in Bremen präsentiert sich gefestigt. Immobilienexperten sehen durchaus gute Chancen für Käufer. Die Wirtschaftskrise hatte nur wenig Einfluss auf die Preise an der Weser. Das teilte der Immobilienverband Deutschland, Region Nord-West, mit.
Immobilien in Bremen – Die aktuelle Marktlage sorgt unter anderem für die Abwandlung eines alten Sprichworts in der Hansestadt. Hieß es früher noch „Links der Weser wohnt man nicht“, so muss es jetzt heißen „Links der Weser wohnt man nicht mehr nur günstig.“ Grund: Das Wohnen in der City ist inzwischen angesagt, die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem. Wie der Weser Kurier berichtet, weitet sich die Innenstadtzone inzwischen auch auf benachbarte Viertel aus. Beispiel: Die Bremer Neustadt, ein Stadtteil, den Immobilienexperten klar im Aufwind sehen. Die stadtnahen Ausläufer der Neustadt und ihre Quartiere direkt an der Weser sorgen für ein eigenes Wohnflair. Ein Einfamilienhaus in der Neustadt, das bislang für 160.000 Euro zum Ladenhüter wurde, geht jetzt für ca. 200.000 Euro weg.
Eine regelrechte Preisexplosion haben Immobilienprofi wie der Makler André Schindler im Zentrum ausgemacht. „Hier geht der Preis nur in eine Richtung – nach oben“, erklärte Schindler gegenüber dem Weser-Kurier. Besonders der Wohnraum, der City-Lage mit Blick auf die Weser kombiniert, sei angesagt. „’Kommt beides zusammen, werden locker 2.000 bis 3.000 Euro pro Quadratmeter fällig“, so Schindler zum Thema Eigentumswohnung in Bremen.
Weil die Immobiliensuchenden vor allem in die Bremer Innenstadt wollen, greifen Makler in der Hansestadt zu einem Trick: Aus Büros werden Wohnungen. „Es sind mehr Officeflächen ausgewiesen worden, als Interesse von Unternehmen vorhanden ist“, kritisierte Schindler gegenüber dem Weser-Kurier. Für Bremer Makler wäre es gar ein Leichtes, leer stehende Büroflächen mit Wohnungssuchenden zu füllen. Einige Investoren hätten schon damit begonnen, Etagen mit Büros in exklusive Apartments umzuwandeln.
Der Bremer Immobilienmarkt hatte in den vergangenen Jahren meist ein Milliardenvolumen. 2009 blieb er mit 885 Millionen Euro allerdings leicht unter den gewohnten Werten. Insgesamt 2.868 Eigentumswohnungen, 1.909 Wohnhäuser und nur noch 181 Bauplätze für Häuslebauer wechselten im vergangenen Jahr den Besitzer.
Das typische Bremer Reihenhaus bleibt dabei ein Sinnbild für Preisstabilität: Mit 141.000 Euro werden gebrauchte Reihenhäuser im Durchschnitt in der Hansestadt gehandelt. Bei freistehenden Einfamilienhäusern sind es 197.000 Euro, wobei hier der Durchschnittspreis im vergangenen Jahr um acht Prozent gesunken ist.
Die so genannten Altbremer Häuser sind ebenfalls preisstabil. In begehrten Lagen ist sogar ein Preisanstieg zu beobachten. Bei den Stadtteilen, die von älteren Reihenhäusern geprägt werden, liegt beispielsweise Schwachhausen mit einem mittleren Preis von 307.000 Euro an der Spitze. Es folgen das „Viertel“ (200.000), Findorff (162.000), Horn-Lehe (161.000) und die Alte Neustadt (155.000). Im Stadtbereich Süd (Huchting mit eingerechnet) wechseln Reihenhäuser aus den Jahren 1949 bis 1969 im Schnitt für 106.000 Euro den Eigentümer. Im Bremer Osten liegen vergleichbare Immobilien bei 109.000 Euro, im Westen beträgt der Durchschnittspreis 102.000 Euro. Schlusslicht ist hier Bremen-Nord, wo nur 93.000 Euro als marktüblich gelten.
Wer in Oberneuland, Borgfeld oder Horn-Lehe ein freistehendes Einfamilienhaus auf einem großzügigen Grundstück baut, muss einiges investieren. 704.000 Euro hat ein solcher Neubau in diesen bevorzugten Stadtteilen im vergangen Jahr im Schnitt gekostet. In den Stadtlagen Süd, West, Ost und Nord genügten dagegen 266.000 Euro. Einfamilienhäuser aus dem Bestand wurden in diesen Stadtteilen zu mittleren Preisen von 458.000 Euro (mit mindestens 1000 Quadratmeter Grund) bzw. 272.000 Euro (bis 1000 Quadratmeter) veräußert. 154.000 Euro kostete ein gebrauchtes freistehendes Haus in den Stadtlagen Süd, West und Ost, 146.000 Euro in Bremen-Nord.
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