Immonet News
Nachrichten und Infos über Immobilien – von Immonet

Immobilien in der Hauptstadt: Berliner verdrängen ausländische Investoren

10.1.2012, geschrieben von in der Kategorie: Immobilien-Märkte

Folgende Tags wurden vergeben: ,

Brandenburger Tor

Brandenburger Tor, © Wikimedia Commons/Thomas Wolf

Oft schmähten die Berliner in den vergangenen Jahren die internationaler Investoren, die auf dem Immobilienmarkt der Hauptstadt auf Shoppingtour gingen und die Preise in die Höhe trieben. Ein Marktbericht von Engel & Völkers zeigt nun: Berliner Käufer lösten die ausländischen Investoren im vergangenen Jahr ab.

Die stark gestiegene Nachfrage von Wohnobjekten in der Hauptstadt treibt die Preise in die Höhe. Kostete ein Durchschnittsobjekt im Jahr 2010 rund 1,3 Millionen Euro, waren es laut Berliner Morgenpost ein Jahr später schon 2,3 Millionen Euro. Die Verantwortung dafür konnte man vor wenigen Jahren tatsächlich noch den internationalen Investoren in die Schuhe schieben – 2006 waren rund 90 Prozent der Käufer Ausländer. „Es gab viele skandinavische, spanische und irische Investoren, die in der Immobilienhochphase 2006 gekauft und dann die Objekte für fünf Jahre finanziert haben”, sagte Rackham F. Schröder, Geschäftsführer von Engel & Völkers Commercial der Berliner Morgenpost.

Fünf Jahre später hat sich die Situation jedoch grundsätzlich geändert:  90 Prozent der Immobilien wurden von Deutschen erworben, ein Großteil davon  sind Berliner Privatinvestoren. Ursache dafür könnte die Schuldenkrise sein, die auch die Vermögenden in der Bundesrepublik veranlasst, ihr Geld in sicher erscheinendes Betongold zu investieren. Unter Anlegern gilt Berlin als stabiler Markt, auf dem auch hochwertige Immobilien noch häufiger den Besitzer wechseln und hohe Mietrenditen möglich sind.

Ein typisches Beispiel für die neue Käuferschaft ist Patrick Alexander Graf von Faber-Castell, Nachkomme der Bleistift-Dynastie. Er selbst lebt mit seiner Frau, der Schauspielerin Mariella Ahrens in Berlin und hat im Edel-Stadtteil Grunewald investiert: Die ehemalige Sauerbruch-Klinik ließ er in Mehrfamilienhäuser umwandeln und Neubauten anfügen. Die Gebäude sollen als langfristiges Investment dienen und ausschließlich vermietet und nicht verkauft werden.