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Immobilien in Hamburg: Mietgarantien in der HafenCity?

03.6.2010, geschrieben von in der Kategorie: Immobilien-Märkte

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HafenCity

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Sie ist Hamburgs neue Perle: Die HafenCity. Der nördliche Teil des Überseequartiers in der Hansestadt ist fast fertig. Trotzdem drohen dem noch jungen Stadtteil jetzt vor allem im südlichen, noch nicht bebauten Abschnitt Probleme.

In ungewöhnlicher Schärfe haben Hamburger Wohnungsbau-Unternehmen den Streit um das Überseequartier in der HafenCity neu entfacht. Statt dort „nicht benötigte“ Büroflächen zu fördern, sollte die Stadt in Sachen Immobilien in Hamburg jetzt eine völlige Neuplanung mit Wohnungen beginnen. Das fordert der Landesverband Nord im Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW).

Hamburg habe jetzt die einmalige Chance, im Überseequartier Fehlentwicklungen zu korrigieren, sagte BFW-Landeschef Andreas Ibel dem HAMBURGER ABENDBLATT, „unsere Mitglieder könnten dort sofort Wohnungen bauen – ohne jede städtische Mietgarantie oder Subvention.“

Die Unternehmen stützen damit im Prinzip die Kritik der Bürgerschaftsfraktionen von SPD und Linke an den Plänen des Senats. Der will anstatt des bisherigen Kaufvertrags mit dem deutsch-niederländischen Investoren-Konsortium eine Änderung, um den Weiterbau von Immobilien in Hamburg im künftigen Herzen der HafenCity zu sichern. Von einer „Anpassung“ spricht dagegen Jürgen Bruns-Berentelg, Chef der städtischen HafenCity GmbH und Verhandlungspartner der Übersee-Investoren. Grund für die angestrebte Vertragsänderung sei die Wirtschaftskrise, so Bruns-Berentelg gegenüber dem HAMBURGER ABENDBLATT. Die beteiligten Banken verlangten jetzt mehr Sicherheiten, um den Weiterbau im Überseequartier zu finanzieren.

Hintergrund: Insgesamt 280.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche sollen in der HafenCity mit Neubauten für Einzelhandel, Wohnungen und Büros entstehen und eine „City in der City“ (Bruns-Berentelg) bilden. Rund ein Drittel des Areals im Norden, welches an die Speicherstadt angrenzt, ist zu weiten Teilen bebaut. Allerdings mit hohem Leerstand: Bereits 36.000 Quadratmeter Büroflächen sind derzeit nicht verkauft oder vermietet. Insgesamt beträgt der Leerstand bei Büroimmobilien in Hamburg derzeit 1,2 Mio. Quadratmeter.

Ungeachtet dieser Fakten sollen im noch nicht bebauten Südteil des Überseequartiers – und dies sind immerhin zwei Drittel der gesamten Fläche – wieder größtenteils Bürogebäude entstehen. Wohnungen sind wegen der Nähe zum Kreuzfahrtterminal und der befürchteten Schiffsabgase nicht vorgesehen. Mit der Änderung des Vertrages soll die Stadt Hamburg nun für einen Zeitraum von 15 Jahren Mietgarantien für Büros in zwei großen Gebäuden übernehmen. In einen Teil davon sollen Behörden einziehen, insgesamt 14.000 Quadratmeter kann die Stadt den geänderten Vertragsbedingungen zufolge jetzt selbst vermieten. SPD und Linke sprechen daher von neuen „Millionen-Risiken“ für die Stadt in einer angespannten Haushaltslage; nur um den Investoren die Rendite zu sichern. Diese Anmietungsoptionen hatte die Stadt den Investoren allerdings auch schon im Kaufvertrag von 2005 eingeräumt. Mit der städtischen Mietgarantie als „Initialzündung“ könne jetzt der Weiterbau des Quartiers gesichert werden, sagte HafenCity-Geschäftsführer Bruns-Berentelg dem HAMBURGER ABENDBLATT. Sollte die Bürgerschaft dem neuen Vertrag jedoch nicht zustimmen, drohe dort auf lange Sicht ein Baustopp. Dem widerspricht nun der Verband der Hamburger Immobilien-Unternehmen. Verbandsvorsitzender Ibel: „Wir haben uns das angeschaut: Man muss nur umplanen, dann können auch Wohnungen gebaut werden – das geht im nahen Marco-Polo-Tower ja auch.“ Kurzfristig könne dann der in Hamburg derzeit so dringend benötigte Wohnraum realisiert werden.
Die in Hamburg mit den GRÜNEN regierende CDU lässt sich angesichts solcher Appelle jedoch bislang nicht umstimmen. Ein Abrücken von dem Konzept könne die Finanzierung gefährden und sei „kontraproduktiv“, so Hans-Detlef Roock, baupolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion. „Wir halten an dem Konzept und an der geplanten Vertragsanpassung fest, damit das Herzstück der HafenCity zügig realisiert werden kann“, sagte Roock dem HAMBURGER ABENDBLATT. Klingt fast so, als sei in Sachen HafenCity weiterer Zoff vorprogrammiert…