Immobilien in Portugal: Günstig wohnen in Ruinen
14.2.2011, geschrieben von Charlotte Salow in der Kategorie: Blog,Recht
Folgende Tags wurden vergeben: Gesetze, günstig, Immobilien, Mieten, Portugal
Mieter in Portugal müsste man sein: Mietgesetze aus vergangenen Jahrhunderten sorgen dafür, dass so manche 4-Zimmer-Wohnung nur ein paar Euro im Monat kostet. Die Situation ist jedoch nur auf den ersten Blick beneidenswert: Weil viele Vermieter kaum Einnahmen haben, lassen sie die Häuser mit den Billig-Wohnungen verfallen.
Für etwa die Hälfte aller portugiesischen Immobilien gelten laut Welt.de die veralteten Gesetze – für solche Gebäude gelten Mitverträge mit unendlichen Laufzeiten, Mieten dürfen gar nicht erhöht oder maximal der Inflation angepasst werden. In Deutschland unvorstellbar: Selbst mit dem Tod eines Bewohners enden die günstigen Mietverträge nicht, sondern gehen auf Eltern, Kinder und Ehepartner über. Viele Gebäude stehen deshalb zum Verkauf – die Vermieter können sich ihren Eigentum schlicht nicht mehr leisten. Nur will sie einfach niemand haben.
Die Mietpreisbindung wurde zwar bereits 1982 abgeschafft und seit 1990 können Eigentümer auch begrenzte Verträge abschließen – die neuen Gesetze gelten jedoch nur für einen geringen Teil der landesweiten Verträge. Seit 2006 dürfen Mieten sogar erhöht werden – jedoch nur für Gebäude, denen die Behörde einen guten baulichen Zustand attestieren. Und da beißt sich der Hund in den Schwanz: Denn weil die Mieteinnahmen so gering sind, können sich viele Eigentümer Maßnahmen zur Instandhaltung gar nicht leisten.
Die miserablen Renditeaussichten halten ausländische und einheimische Investoren davon ab, ihr Geld in Portugiesische Immobilien zu stecken. Die Regierung will deshalb nun weitere gesetzliche Änderungen erlassen, um die Rechte von Eigentümern zu stärken. Aber auch nach einer Nouvellierung gilt, dass vor einer Mieterhöhung bei den meisten betroffenen Gebäuden grundlegende Sanierungsarbeiten stattfinden müssten. Rund 74 Milliarden Euro bedarf die Renovierung der maroden Bauten, schätzt der Baubranchenverband Aecops.
Weitere Immobilien News von Immonet:
- Ferienhauskauf: Immobilien in Krisen-Staaten günstig wie nie
- Gute Zeiten für Käufer von Ferienimmobilien
- Schrottimmobilien: Bundesgerichtshof sorgt für Hoffnung bei Betrugsopfern
- Gesetz zur energetischen Sanierung: Vorteil Vermieter
- Ferienimmobilien: Preisverfall in Portugal
- Der Energieausweis für Immobilien wird Pflicht
- Immobilienmarkt: Investoren zieht es nach Deutschland
- Bundestag lehnt Neuregelung der Maklercourtage ab
- Immobilienmarktbericht: Wohnen in Deutschland wird immer teurer
- Mieten, Immobilienbesitz, Leerstand: So wohnen die Deutschen






