Immobilien-Studie: Wohnen für Singles bald unbezahlbar?
22.3.2010, geschrieben von Carsten Germann in der Kategorie: Immobilien-Märkte
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Düstere Prognosen für den Markt für Mietimmobilien in Deutschland. Wie aus einer aktuellen Studie hervorgeht, werden Wohnungen in Deutschland im Jahr 2025 für Alleinstehende kaum noch bezahlbar sein. Gründe dafür sind die steigende Anfrage, insbesondere nach Wohnungen in Hessen, Wohnungen in Hessen, Wohnungen in Berlin und Wohnungen am Niederrhein, und ein stetig sinkendes Lohnniveau.
Bis zum Jahr 2025 sollen Wohnungslücken und geringe Einkommen besonders Rentner und Singles treffen. Das geht aus der Prognos-Studie „Wohnungsmangel in Deutschland“ hervor. Vielen Menschen in Deutschland droht damit ein sozialer Abstieg.
Der Studie zufolge wird 2025 in weiten Teilen Deutschlands – in drei Vierteln der 97 Raumordnungsregionen – eine gigantische Wohnungsbaulücke klaffen. Besonders hart trifft es die Regionen, in denen Privathaushalte nur über ein unterdurchschnittliches Einkommen verfügen. Wer im Jahr 2025 mit Haushaltsnettoeinkommen von im Durchschnitt weniger als 1.774 Euro auskommen muss, hat gleichzeitig mit dem teurer werdenden Wohnraum in seiner Region zu kämpfen.
Es treffen dabei verschiedene, negativ zu bewertende Faktoren aufeinander: Der generelle Wohnungsmangel in Deutschland, steigende Mieten und geringe Einkommen. „Vor allem für die wirtschaftliche Existenz der kommenden Rentnergeneration und der jungen Erwachsenen“, so fasst die Studie zusammen, „wird sich die Situation besonders dramatisch auswirken.“
Ein weiterer, entscheidender Faktor ist der in Deutschland seit Jahren anhaltende Trend zum Ein-Personen-Haushalt. Bis zum Jahr 2025 dürfte die Einwohnerzahl in Deutschland zwar leicht sinken, doch die Zahl der privaten Haushalte wird gleichzeitig um etwa fünf Prozent ansteigen. Ein bekanntes Phänomen: Seit dem Jahr 1990 stieg die Zahl der Einwohner Deutschlands um drei Prozent an, während die Haushaltszahl um 13 Prozent zulegte.
Glaubt man der Studie, so wird es vor allem die Bundesländer Niedersachsen, Hessen und Berlin treffen. Auch am Niederrhein, in Teilen des Ruhrgebiets, im nördlichen Teil Baden-Württembergs, im Nordschwarzwald, in Ostwürttemberg sowie in den bayerischen Regionen Donau-Iller, Regensburg und Donau-Wald wird die Lage im Jahr 2025 ähnlich dramatisch eingeschätzt. In diesen Regionen treffen die ungünstigsten Faktoren aufeinander: Wohnungsbaulücken plus unterdurchschnittliche Haushaltseinkommen.
Aber auch der Wohnungsmangel bei überdurchschnittlichen Einkommen ist für die Wissenschaftler keineswegs beruhigend, insbesondere in Teilen von Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Schleswig-Holstein. In diesen Bundesländern werden beide Faktoren für eine Verteuerung der Wohnkosten sorgen und die Konkurrenz um den (verknappten) Wohnraum weiter beleben.
Allerdings, so die Studie, dürfte es im Jahr 2025 auch Regionen mit ausreichend Wohnraumangeboten geben – bei gleichzeitig geringen Einkommen. Dies sei „ebenfalls keine positive Perspektive für die jeweiligen Haushalte“. Für diesen Fall fand Prognos vor allem in Ostdeutschland Beispielregionen. Dazu gehören beispielsweise Südthüringen, Oberlausitz-Niederschlesien oder Chemnitz/Erzgebirge. Aber auch einige wenige Regionen des Westens wie etwa die Westpfalz, werden explizit erwähnt.
Geht es nach den Prognos-Forschern, so wird die Singularisierung und Alterung der privaten Haushalte spätestens ab 2025 zum Problem. Nahezu überall nimmt die Zahl der Ein- und Zwei-Personen-Haushalte zu, während die der Drei- und Vier-Personen-Haushalte stark zurückgehen wird. Singles und Paare werden künftig besonders stark mit fehlendem Wohnraum konfrontiert sein. Auch haben Ein-Personen-Haushalte laut Studie oft unterdurchschnittliche Einkommen – weil es sich meist um Rentner oder um junge Leute mit weniger gut bezahlten Stellen handelt. Familien, Singles und Rentner aus den besonders stark betroffenen Regionen müssten aufgrund von höheren Mieten wegen der Knappheit an marktgerechten Wohnungen entweder schlechtere Wohnverhältnisse in Kauf nehmen oder aber einen überdurchschnittlich großen Teil ihres Einkommens für die Miete ausgeben. Aber auch die privaten Haushalte in wirtschaftsstarken Regionen wie München und Rhein-Main, die ein überdurchschnittliches Einkommen haben, werden aufgrund des teilweise massiven Wohnungsdefizits Einschnitte beim Wohnen oder bei der Lebensqualität machen müssen.
Die Prognos-Studie lässt bei Immobilienprofis die Alarmglocken schrillen. „Die sozialen Spannungen mit allen negativen Folgen wie Gettobildung und Kriminalität sind programmiert, wenn die Bundesregierung den Wohnungsbau nicht ankurbelt”, warnte auf dem “Forum Wohnungsbau”, dem jährlichen Treffen der Branche in Berlin, der Präsident des Deutschen Mieterbundes, Franz-Georg Rips. Er zeigte Unverständnis über den Rückzug der Bundesregierung aus der Wohnungspolitik: „Sozialer Wohnungsbau findet fast gar nicht mehr statt.“ Um einer Zwei-Klassen-Gesellschaft beim Wohnen entgegenzuwirken, so Rips weiter, und die Prognos-Vorhersagen zu verhindern, müsse jetzt eine Wende in der Wohnungsbaupolitik eingeleitet werden. Hans Georg Leuck, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerksbau, sieht es ähnlich: „Geforderte Maßnahmen eines Verbände-Bündnisses wie höhere Abschreibungssätze und mehr KfW-Fördermittel führen nicht nur zur Ankurbelung des Wohnungsbau, sondern sie haben auch positive Wirkungen auf Beschäftigung und Steuern.“
Investoren in den Bereichen Mietwohnung- oder Eigenheimbau sehen in den politischen Rahmenbedingungen wesentliche Gründe für die sich verstärkende Wohnungsknappheit – auch in Wachstumsregionen. „Hinzu kommt, dass der Zugang zu Krediten seit Beginn der Finanzmarktkrise schwieriger geworden ist“, ergänzt Walter Rasch, Präsident des BFW Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen.
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