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Immobilien: Unattraktive Standorte in Deutschland

25.5.2010, geschrieben von in der Kategorie: Immobilien-Märkte

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Berlin Umland

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Der Euro steckt aktuell in der tiefsten Krise seit seiner Einführung im Jahr 2002. Wenn die Bemühungen zum Krisenmanagement in der EU scheitern, droht auch Deutschland eine drastische Inflation. Immer mehr verunsicherte Anleger denken daher verstärkt über die Investition in eine Immobilie nach. Diese gilt als eine der krisensichersten Anlageformen – jedoch nicht überall. An einigen Orten im Umland von Berlin, Hamburg und München ist Vorsicht geboten. Immer mehr Experten raten angesichts der Inflationsgefahr zur Investition in eine Eigentumswohnung. „Angenommen, Sie haben 50 000 Euro: Kaufen Sie sich eine kleine Wohnung für 200 000 Euro und finanzieren Sie den Rest per Kredit. Wenn die Inflation kommt, steigt der Wert der Wohnung. Gleichzeitig ist es aber relativ einfach, den Kredit mit dem dann entwerteten Geld zurückzuzahlen“, empfahl Ex-BDI-Chef Hans-Olaf Henkel in der ZDF-Sendung Markus Lanz. Ein guter Tipp, aber wenn schon investiert, dann am richtigen Standort. Denn: Auch wenn der Wohnungswert mit der Inflation steigt, ist eine gute Rendite langfristig nämlich nicht selbstverständlich. Das gilt vor allem dann, wenn die Immobilie am falschen Ort steht. Das Wirtschaftsmagazin Capital warnt in seinem aktuellen „Immobilienkompass” vor unrentablen Standorten. Diese finden sich insbesondere im Umland der Metropolen Berlin, Hamburg und München.

Beispiel Berlin-Umland: In Stahnsdorf könnte es passieren, dass der Wert einer Eigentumswohnung in Zukunft rapide nach unten driftet.  Auch das Mietniveau wird wohl dauerhaft niedrig bleiben. Grund: Es gibt ein Überangebot an Wohnraum und dadurch auch zu viel Leerstand.

Gleiches gilt rund um die Hauptstadt auch in Falkensee. Hier ist der Markt stabil und zeigt kaum Bewegung. Mit einer Veränderung rechnen die Immobilienprofis von Capital derzeit nicht. Insbesondere im Stadtteil Falkenhagen gehen Makler im Zuge der Fertigstellung der geplanten Nordumfahrung von einem erheblichen Preisabschlag aus. Auch in Teltow bei Berlin verspricht ein Investment in den nächsten Jahren keine gute Rendite. Der Markt für Immobilien in Teltow ist stabil, Preissteigerungen sind erst einmal nicht zu erwarten. Insgesamt ist hier eher mit Preisabschlägen für Immobilien in Teltow zu rechnen.

Im „Speckgürtel“ von Hamburg sieht es nicht besser aus. In Henstedt-Ulzburg (Schleswig-Holstein) findet sich derzeit ein gesättigter Markt für Immobilien, die Kaufpreise werden in naher Zukunft fallen, sodass Henstedt-Ulzburg nicht wirklich als guter Standort für Immobilieninvestment bezeichnet werden kann. Trübe Aussichten auch in Uetersen in Schleswig-Holstein: Im Kreis Pinneberg im Hamburger Umland müssen Expertenmeinungen zufolge „wesentlich mehr Anreize geschaffen werden“, um Neubürger in die Stadt zu locken. Oft übersteigt derzeit das Angebot an Immobilien in Uetersen noch die Nachfrage.

Alles andere als königlich in Sachen Immobilieninvestition ist auch Königstein im Hochtaunuskreis. Wer in Königstein Eigentum kaufen möchte, sollte finanziell gut beieinander sein. Die Stadt in Hessen gehört zu den teuersten Orten Deutschlands, leidet aber derzeit unter der Finanzkrise. Da die Bevölkerung von Königstein ein eher hohes Durchschnittsalter aufweist, verloren auch die Preise für Eigentumswohnungen in den vergangenen zwei Jahren im Schnitt um fünf Prozent an Wert. Ein dramatischer Preissturz, dessen Ende noch nicht in Sicht ist.
Die „Flop Seven“ in Sachen Immobilienstandorten wird komplettiert von Unterschleißheim im Münchner Umland. Die Situation in Unterschleißheim: In den letzten Jahren wurde hier viel gebaut. Gleichzeitig verließen im Zuge der Wirtschaftskrise viele Firmen den Standort, sodass der Markt für Immobilien in Unterschleißheim derzeit mehr als gesättigt erscheint. Ortskundige Makler erwarten hier in den nächsten zwei Jahren keine Preissteigerungen.

Wer in eine Immobilie investieren will, sollte dies daher an einem Standort tun, an dem die Rahmenbedingungen stimmig sind. Von der Verkehrsanbindung über die Infrastruktur bis hin zum Freizeitangebot – hier spielen viele Faktoren eine Rolle. Ideal sind wirtschaftsstarke Ballungszentren wie Düsseldorf, Hamburg, Köln, München oder Stuttgart. Diese Städte gehören zu den Gewinnern im „Immobilienkompass“.