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Immobilien: Warum der Traum vom Eigenheim teurer wird

04.3.2010, geschrieben von in der Kategorie: Finanzen,Immobilien-Märkte

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Finanzierung

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Hohe Nebenkosten beim Immobilienkauf trüben in Deutschland bei vielen Interessenten die Vorfreude aufs Eigenheim. In nur wenigen europäischen Ländern sind die Nebenkosten für Immobilienkäufer so hoch wie in Deutschland. Und eine Verbesserung ist nicht in Sicht.

Denn: Die Bundesländer treiben die Preise noch weiter in die Höhe. Nach Berlin und Hamburg verlangt nun auch Sachsen-Anhalt eine höhere Grunderwerbssteuer.

Hans Rauch, Präsident des Verbands Wohneigentum, sieht diese Entwicklung als „herben Rückschlag für die selbst nutzenden Wohneigentümer und die gesamte Immobilienwirtschaft in Sachsen-Anhalt“. Seit Beginn dieses Monats, so berichtet DIE WELT, müssen Immobilienkäufer von der Altmark bis zum Burgenlandkreis tiefer in die Tasche greifen.

In Sachsen-Anhalt hat die Regierung die Grunderwerbssteuer von 3,5 auf 4,5 Prozent des Preises für Immobilien zum Kauf angehoben. Betrug die daraus resultierende Steuerlast Ende Februar 2010 bei einer Immobilie zum Kauf für 200.000 Euro noch 7.000 Euro, so sind es nun 9.000 Euro.

Experten sind sicher, dass sich die höhere Steuer auf den Bevölkerungsschwund in Sachsen-Anhalt auswirken wird. Hans Rauch gegenüber der WELT: „Der Wille, im Land zu bleiben und sein Auskommen zu finden, wird massiv untergraben.“

Neben Sachsen-Anhalt haben auch Berlin und Brandenburg die Grunderwerbssteuer beim Kauf einer Immobilie angehoben, Bremen will als viertes Bundesland nachziehen.

Hintergrund: Die Höhe der den Ländern zufließenden Steuer wurde bis September 2006 vom Bund vorgegeben. Seitdem dürfen die Länder den Steuersatz beim Erwerb einer Immobilie selbst festlegen. Bremen will aller Voraussicht nach noch in diesem Jahr den Steuersatz auf 4,5 Prozent heben. Das soll der Hansestadt Mehreinnahmen von elf Mio. Euro in die Kassen spülen. Die Anhebung der Grunderwerbssteuer bei Immobilien, so fürchten Immobilienprofis, könnte zu einem unschönen Trend werden und Immobilieninteressenten die Lust aufs Eigenheim bundesweit vergällen. „Die Gefahr besteht, dass die übrigen Länder nach und nach ebenfalls die Steuer anheben“, sagt Stefan Walter, Geschäftsführer des Eigentümerverbands Haus & Grund. „Für Familien verteuert die Steuererhöhung die Wohneigentumsbildung deutlich“, kritisiert Peter Söntges, Geschäftsführer der Wüstenrot Haus- und Städtebaugesellschaft. Damit, so Söntges, würde man „in Zeiten, in denen stärkere Flexibilität am Arbeitsmarkt gefordert wird, das falsche Signal setzen.“