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Immobilienanlagen: Milliarden-Verlust für Immobilienfonds von Morgan Stanley

14.4.2011, geschrieben von in der Kategorie: Finanzen

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Carlton Cannes

© Wikimedia Commons/Patrick Rouzet

Eines der berühmtesten Hotels weltweit ist das Carlton in Cannes. Es kann auf eine hundertjährige Geschichte zurückblicken, ist bevorzugte Absteige der Hollywoodstars und Schauplatz eines Hitchcock-Films. Nun geriet das Gebäude in die Schlagzeilen, weil es Teil eines spektakulär abgestürzten Immobilienfonds ist, der jüngst den Verlust von Milliarden Euro bekannt geben musste.

Für den Schnäppchen-Preis von 450 Millionen Euro hat der libanesische Investor Toufic Aboukhater laut Immobilien Zeitung die legendäre Luxusherberge und sechs weitere Hotels gekauft. Für Uneingeweihte vielleicht eine beeindruckende Summe, ist der Kaufpreis für die im Danube-Portfolio zusammenfassten Hotels tatsächlich relativ gering. Die sieben Interconti-Hotels waren zuvor Teil des von Morgan Stanley aufgelegten Fonds MSREF VI und 2006 von dem Finanzinstitut für 634 Millionen Euro gekauft worden. Der verlustreiche Verkauf an den libanesischen Geschäftsmann schützt nun lediglich die Kreditgeber für den einstmaligen Kauf durch Morgan Stanley vor Verlusten, die Bank Barkleys Capital. Die Verkaufssumme von 450 Millionen entspricht etwa der vergebenen Kreditsumme.

Die Anleger gehen hingegen wohl leer aus. Morgen Stanley teilte bereits mit, dass dem Fonds insgesamt ein Verlust von 5,4 Milliarden drohe. Das entspricht knapp zwei Dritteln des gesamten Fonds-Vermögens und wäre damit der höchste Verlust, den ein Immobilienfonds jemals hinnehmen musste.

Der Fonds MSREF VI International war 1991 von Morgen Stanley Real Estate Funds aufgelegt und den Investoren einst eine Rendite von 22,1 Prozent pro Jahr in Aussicht gestellt worden. Weitere Immobilien des Fonds sind ein Portfolio mit Hilton-Hotels, der Frankfurter EZB-Tower sowie Objekte in Tokio und Südkorea. Vor allem die beiden Letzteren hatten hohe Verluste eingefahren, allein das Geschäftsgebäude in Seoul war für ein Minus von 350 Millionen Euro verantwortlich.