Immobilienblase in China wächst weiter
02.5.2011, geschrieben von Sarah Tebbe in der Kategorie: Finanzen,Immobilien-Märkte

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Seit den 1990er-Jahren kämpft die Chinesische Regierung gegen den sich stetig aufblähenden Immobilienmarkt. Die Weltbank befürchtet, dass der Markt außer Kontrolle geraten könnte und fordert nun eine bessere Reglementierung.
Chinas Wirtschaft wächst, dementsprechend möchten viele Chinesen ihre Wohnsituation verbessern und eine eigene Wohnung kaufen. Zudem brauchen neue Firmen Gewerbeflächen. Die hohe Nachfrage treibt die Preise immer weiter in die Höhe, auf der anderen Seite versucht die Regierung bislang eher erfolglos der Kauflust entgegenzusteuern Die Spekulanten setzen den Markt unter Druck: Privatleute und Firmen setzen weiter auf steigende Preise. „Die Leute benutzen Immobilien als Investmentvehikel, da die anderen Anlageklassen im Lande noch nicht so stark entwickelt sind“, erklärt Ardo Hansson, Weltbank-Chefökonom für China, handelsblatt.com. Aktien und Anleihen sind in der Bevölkerung noch nicht weit verbreitet.
Die Regierung hat auf diese Entwicklung reagiert: Banken dürfen immer weniger Immobilienkredite vergeben und Käufer müssen rund die Hälfte der Kaufsumme mit eigenem Geld anzahlen. Außerdem haben die chinesischen Machthaber in Brennpunktstädten wie Peking und Chongqing eine Grundsteuer eingeführt. Um Druck aus dem Markt zu nehmen, werden immer mehr Sozialwohnungen gebaut.
Dass diese Maßnahmen reichen, bezweifeln Experten. Hohe Außenhandelsgewinne und Konjunkturprogramme während der Wirtschaftskrise haben dazu geführt, dass viel Geld im Umlauf ist und die Spekulationen anheizt. So sind in diesem Jahr in 50 der 70 größten Städte die Immobilienpreise angestiegen – in Peking um die 5 Prozent.
Die Chinesische Regierung plant nun, den Immobilienmarkt massiver als bislang zu steuern. In den 40 größten Städten darf der Preisaufschlag bei Weiterverkäufen nicht höher sein, als der durchschnittliche Lohnanstieg. Darüber hinaus sollen Gewinne von Immobilienfirmen wie China Vanke oder Poly beschränkt werden. Diese massiven Eingriffe hält die Weltbank wiederum für bedenklich, denn von der Entwicklung der Immobilienmärkte hängen zahlreiche Branchen ab. So ist die Bauindustrie sowie Stahl- und Betonhersteller der größte Wachstumsmotor.
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