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Türkischer Immobilienboom: Superreiche zieht es nach Istanbul

03.1.2012, geschrieben von in der Kategorie: Immobilien-Märkte

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Immobilien in Istanbul

© Wikimedia Commons/Bertil Videt

London, Paris, Istanbul – die Metropole am Bosporus reiht sich ein in die Riege der beliebtesten Immobilienstandorte Europas. Seit der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan sich in der arabischen Welt beliebt gemacht hat, zieht es vor allem die Superreichen aus den Golfstaaten nach Istanbul.

In der alten Stadt am Bosporus sind die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren explodiert. Das ist zum einen auf die konjunkturelle Entwicklung in der Türkei zurückzuführen – im vergangenen Jahr wuchs die Wirtschaft teilweise um mehr als 10 Prozent. Einen sehr viel größeren Einfluss auf die starke Nachfrage dürfte jedoch nach Einschätzungen von Spiegel Online die Politik von Regierungschef Erdogan haben. Von der aktiven Außenpolitik und der Öffnung der Märkte für den internationalen Handel hat auch Istanbul profitiert und blühte wirtschaftlich und kulturell auf. Internationale Unternehmen schätzen die starken europäischen Einflüsse in der Stadt, eröffnen Standorte und treiben damit die Immobilienpreise hoch. Investoren der arabischen Welt honorieren, dass Erdogan gleichzeitig die islamische Tradition des Landes betont.

“In den letzten Monaten saßen hier auf meinem Sofa mehrere Angehörige arabischer Herrscherfamilien, die den Wunsch haben, sich in Istanbul eine standesgemäße Residenz zuzulegen”, berichtet Arman Özver vom Immobilienunternehmen Sotheby’s International Reality laut Spiegel Online. 90 Prozent der finanzstarken Immobilieninteressenten des Unternehmens stammen inzwischen aus den Golfstaaten. Die superreichen Käufer und die oft aus osmanischer Hofaristokratie stammenden Eigentümer haben spezielle Ansprüche: Letztere würden ihr Eigentum niemals online anbieten, sondern verkaufen nur über den persönlichen Kontakt. Die Käufer stören sich nicht an Preisen von mehr als 100 Millionen, wohl aber daran, dass ein Objekt mit mehr als 4.000 Quadratmetern „zu klein“ sei.

Die ärmere Bevölkerung wird durch die explodierenden Preise zunehmend in Randbezirke verdrängt. Denn bisher vernachlässigte Stadteile werden innerhalb kurzer Zeit zu hippen Standorten. Proteste lassen Erdogan und seine Parteigenossen der regiereden AKP jedoch kalt. Im Gegenteil – der konservative Staatschef plant, den Immobilienkauf für Ausländer weiter zu erleichtern. Die Immobilienunternehmer der Stadt freuen sich deshalb auf weiterhin kräftig anziehende Preise.