Immonet News
Nachrichten und Infos über Immobilien – von Immonet

Immobilienfinanzierung: Gute Konjunktur in den USA kann Zinswende in Deutschland bringen

09.4.2010, geschrieben von in der Kategorie: Finanzen

Folgende Tags wurden vergeben: , , ,

USA

Fotolia.de

Es tut sich was in den USA: Die neuesten amerikanischen Wirtschaftszahlen sind überraschend positiv. Ein gutes Zeichen auch für deutsche Unternehmen. Für Häuslebauer und Anschlussfinanzierer bedeutet diese Wende jedoch nicht viel Gutes. Das teilte der Baugeldvermittler HypothekenDiscount (Mannheim) mit.

„In Sachen Immobilienfinanzierung muss man mittelfristig mit steigenden Kondititionen rechnen. Denn gute Konjunkturdaten im Anschluss an eine Krise führen zu höheren Inflationsraten – und damit zu teureren Bauzinsen“, sagt Kai Oppel von HypothekenDiscount. Und: Angesichts des optimistischen Trends immer mehr Anleger ihr Kapital aus sichern Staatsanleihen abziehen und in Aktien investieren. Das führt zu einem Anstieg der langfristigen Bauzinsen.

„Zunächst jedoch bleiben die Zinsen weiterhin auf Tiefstniveau. Hintergrund ist, dass es noch dauert, bis die US-amerikanischen Daten ihre Wirkung im europäischen Raum entfalten“, relativier Kai Oppel. Beispiel: Immobilienkredite mit zehn Jahren Zinsbindung kosten durchschnittlich nur rund 3,9 Prozent effektiv, eine Zinsbindung von 15 Jahren kostet 4,5 Prozent. Damit bewegen sich die Zinsen fast auf einem Level, das in der 60-jährigen deutschen Nachkriegsgeschichte nur einmal unterboten wurde.

Aber: Die Zinswende scheint sich anzubahnen. Viele Experten zeigten sich überrascht, als Anfang April die aktuellsten Wirtschaftsdaten aus den USA veröffentlicht wurden. Der Daumen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten geht wieder nach oben – sowohl bei den Unternehmens- als auch bei den Börsenwerten. Zum ersten Mal seit Monaten wurden auch wieder deutlich mehr Mitarbeiter eingestellt. Da die US-amerikanischen Daten oft ein Indikator für die deutschen Märkte sind, ist zu erwarten, dass sich der Trend auch hierzulande fortsetzt.

Wer jetzt überlegt, eine Immobilie zu kaufen oder wer demnächst eine Anschlussfinanzierung plant, sollte die aktuell günstigen Konditionen für mindestens 15 Jahre festschreiben: „Im Durchschnitt waren die Zinsen während der vergangenen 50 Jahre etwa zwei Prozentpunkte teurer als jetzt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich der Zinssatz auch langfristig deutlich über dem aktuellen bewegt“, sagt Kai Oppel.