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Immobilienkauf: Lage, Bauweise und Zustand bestimmen den Preis

14.5.2010, geschrieben von in der Kategorie: Finanzen

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Die Entscheidung “pro Immobilie” ist mit anderen Kaufentscheidungen nicht zu vergleichen. Wer ein Auto kaufen möchte, hat es wesentlich leichter als ein Immobilieninteressent, der auf der Suche nach einem neuen Haus ist. Genügt beim Autokauf noch ein Blick auf gängige Internetplattformen oder auf den Vergleich von Modell, Baujahr und Laufleistung genügen, um einen realistischen Preis zu ermitteln.

Viele Immobilienbesitzer schätzen die Situation beim Verkauf ihres Hauses oder ihrer Wohnung ähnlich ein. Nach Angaben des Immobilienvermittlers PlanetHome AG spielen bei der Preisermittlung von Immobilien jedoch deutlich mehr komplexe Faktoren eine Rolle als beim Autokauf. Durch diese Komplexität wird der Verkauf einer Immobilie oft zum schwierigen Unterfangen.

Wichtigster Faktor bei der Wertermittlung einer Immobilie: Die Lage. Befindet sich das für den Verkauf in Frage kommende Haus in einer starken Wirtschaftsregion, kann oft ein weit höherer Preis angesetzt werden als in strukturschwachen Gegenden. Entscheidend ist auch die Lage – innerhalb einer Stadt oder in einer bestimmten Region. Hier geht es meistens nicht nur um das Stadtviertel. „Oft weichen die Preise bei vergleichbaren Immobilien von Straße zu Straße deutlich ab. Ein toller Panoramablick in einer ruhigen Straße etwa lässt den Wert deutlich steigen – eine laute Hauptverkehrsstraße oder ein überlaufenes Einkaufszentrum in direkter Nachbarschaft hingegen führt zu niedrigeren Preisen“, sagt Robert Anzenberger, Vorstand der PlanetHome AG.

Neben dem Wohlfühlfaktor spielt die Infrastruktur beim Immobilienkauf eine wichtige Rolle – oberstes Kriterium ist dabei der öffentliche Nahverkehr. Orte mit guter Anbindung an größere Städte sind hier klar im Vorteil. Kindergärten und Schulen sind meist nur dann positive Faktoren für die Kaufentscheidung, wenn sie nicht direkt an das Objekt angrenzen. Ältere Kaufinteressenten fürchten rund um die Immobilie oftmals einen zu hohen Lärmpegel. Nahe gelegene Arztpraxen und gute Einkaufsmöglichkeiten wirken sich in den meisten Fällen begünstigend auf eine kurze Vermarktungsdauer von Immobilien aus.

„Die größten Fehler machen Besitzer, wenn sie eigene Präferenzen überbewerten. Viele gehen davon aus, dass die Individualität ihrer Immobilie den Wert steigere. Tatsächlich sind aber klassisch geschnittene Wohnungen in der Regel gefragter als verwinkelte. Auch der mit viel Liebe ausgebaute Hobbykeller wirkt sich entgegen der Einschätzung des Inhabers oft wenig Wert steigernd aus“, weiß Immobilienprofi Robert Anzenberger. Tatsächlich liegen helle, moderne und gut renovierte Wohnungen mit viel Platz in der Gunst der Interessenten ganz vorn.

Wesentliche Punkte rund um den Kauf einer Immobilie sind auch Bauweise und Zustand. Der solide Massivbau mit aufwändig gearbeiteten Fassaden und hochwertigen Dachziegeln steht einem einfachen Fertigbau oder dem veralteten Massivbau mit einer Dachabdeckung aus Kunststoff gegenüber. Ein gut saniertes, energieeffizientes Eigenheim lässt sich zu deutlich besseren Preisen veräußern als eine Immobilie mit Sanierungs- und Renovierungsstau.