Immobilienkredite: Warum Griechenland für günstiges Baugeld sorgt
10.2.2010, geschrieben von Carsten Germann in der Kategorie: Finanzen
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Die anhaltenden Probleme an den Kapitalmärkten können Bauherren weiterhin Immobilienkredite zu Niedrigzinsen bescheren. Die hohe Staatsverschuldung in Griechenland verschärft dabei die aktuelle die Situation. Das berichtet der Baugeldvermittler HypothekenDiscount. „Darlehen mit fünfjähriger Zinsbindung gibt es für unter drei Prozent. Die Bestkonditionen am Markt für Kredite mit zehnjähriger Zinsbindung liegen bei unter vier Prozent“, so Finanzierungsprofi Kai Oppel vom Baugeldvermittler HypothekenDiscount. Seine Empfehlung: „Kreditnehmer sollten sich vor diesem Hintergrund für eine Anfangstilgung von mindestens zwei Prozent entscheiden.“
Für die seit Monaten dauerhaft niedrigen Kreditzinsen gibt es mehrere Ursachen. Aktuell halten die Sorgen um einen möglichen Staatsbankrott von Griechenland die Euro-Länder in Atem – und die Darlehenskonditionen somit weit unter ihrem langjährigen Durchschnitt. „Zwar diktiert die EU-Kommission Griechenland scharfe Vorschriften, etwa weniger Geld für Beamte und Bürokratie, höhere Steuern, strikter Sparkurs. Dies überzeugt die Anleger am Kapitalmarkt allerdings noch nicht“, erklärt Kai Oppel. Im Gegenteil: Portugal, ebenfalls wegen seiner Haushaltspolitik unter Druck, konnte zuletzt nur 300 statt der angepeilten 500 Millionen Euro mit Staatspapieren bei seinen Bürgern und ausländischen Investoren platzieren.
Das Misstrauen gegenüber den hoch verschuldeten Euro-Ländern nimmt zu und stärkt die Nachfrage nach sicheren Staatsanleihen in Ländern wie Deutschland. „Tendenziell legen die Kurse der Bundesanleihen zu. Im Gegenzug sinken automatisch die Renditen“, erläutert Oppel. Anleger erhalten weniger Zinsen für ihr Geld. Die Folge: Kredite werden billiger: „Seit Mitte Januar haben sich die Preise fürs Baugeld noch einmal leicht verbessert. Die sinkenden Kapitalmarktzinsen drücken die Konditionen in Richtung eines historischen Tiefs“, so die Einschätzung von Kai Oppel.
Vor allem „Häuslebauer“ profitieren kurzfristig von dieser Entwicklung und von niedrigen Zinsen für Baugeld. „Wir raten dazu, die günstigen Konditionen für mindestens 15 oder 20 Jahre zu fixieren“, sagt Oppel. Besonders ratsam ist auch eine höhere Tilgung. Denn: In Niedrigzinsphasen reduziert sich bei konstanter Rate die Restschuld langsamer als in Hochzinsphasen. Oppel: „Bei einem 150.000-Euro-Darlehen verringert die Verdopplung der anfänglichen Tilgung von ein auf zwei Prozent die Gesamtlaufzeit um knapp 13 Jahre. Das spart mehrere tausend Euro Kreditzinsen.“
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