Immobilienmärkte in Finanzzentren: „Swinging London“ quicklebendig
19.2.2010, geschrieben von Carsten Germann in der Kategorie: Immobilien-Märkte
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In den internationalen Finanzzentren scheinen die Märkte für Immobilien die Folgen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise allmählich zu meistern. Besonders in London scheint sich die Situation zu entspannen. Das geht aus einem Bericht des Immobilienberatungsunternehmens CB Richard Ellis (CBRE) hervor.
Die Immobilienprofis von CB Richard Ellis untersuchten in dem jetzt erschienenen Report „How did they fare? A Comperative Analysis of Offices Markets in International Financial Centres“ die Einwirkungen der Finanzkrise auf den Markt für Immobilien in den vier führenden Finanzzentren: London, New York City, Hongkong und Tokio. Zentrales Ergebnis: „Swinging London“ präsentiert sich quicklebendig und scheint die Folgen der Krise am besten abzufedern. „Die Immobilienmärkte der Finanzzentren zeichnen sich dadurch aus, dass sie sehr volatil auf die Zustände auf den Finanzmärkten reagieren“, kommentierte Jan Linsin, Head of Research bei CB Richard Ellis in Deutschland, in Frankfurt am Main den Report, „dennoch lassen sich in unserem Bericht zentrale Unterschiede zwischen den Immobilienmärkten der einzelnen Städten, deren Reaktion auf die Finanzkrise und die Trends, die sich aus dieser Situation ergeben haben, erkennen.“
Beispiel: Die Nachfrage zu Büroflächen in London und New York war mit Beginn der weltweiten Finanzkrise stärker zurückgegangen, als dies bei den beiden vorangegangenen Asienkrisen der Fall gewesen war. In Hongkong und Tokio hatte die globale Wirtschaftskrise mit zurückgehender Produktion und geringeren Handelsumsätzen sogar den größeren Einfluss auf die Nachfrage nach Büroflächen. So verzeichnete Tokio nur einen moderaten Anstieg der Nachfrage nach Flächen, während in London und New York diese in der zweiten Jahreshälfte 2009 bereits wieder zunahm.
Den Investmentmarkt für Immobilien in London traf die Krise als erstes. Hier zeichneten sich bereits zum Jahresende 2007 erhebliche Rückläufe bei Transaktionsumsätzen und Immobilienwerten ab –ein erstes Alarmsignal. In der zweiten Jahreshälfte 2009 konnte dann aber wieder eine starke Nachfrage – vor allem von Investoren aus Übersee – beobachtet werden. Auch der Markt für Immobilien in Hongkong zeigt sich erholt: Hier haben sich die Preise fast wieder auf dem Niveau vor der Finanzkrise eingependelt. In New York City kann jedoch noch keine Entwarnung gegeben werden. In „Big Apple“ ist der Markt für Immobilien stärker als in den anderen betrachteten Städten von verbrieften Finanzierungen bestimmt – und abhängig. Im Jahr 2009, so stellt CBRE in seinem Report fest, sei hier kaum eine nennenswerte Belebung des Investmentmarktes zu verzeichnen gewesen.
„Noch mehr als die immobilienwirtschaftlichen Fundamentaldaten oder der Immobilienmarktzyklus sind die globalen Zahlungsströme die wesentliche Einflussgröße der Immobilienpreisentwicklung in den internationalen Finanzzentren“, erklärt
Fabian Klein, Head of Investment bei CB Richard Ellis in Deutschland, „die Verwerfungen infolge der Finanzmarktkrise zeigen, dass eine genauere Bewertung der Risiken und des Pricings in den Immobilienmärkten, insbesondere in den per se volatileren Finanzzentren, für Investoren mehr als geboten ist.“
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