Immobilienmarkt: Investitionen in Deutschland legen weiter zu
08.7.2010, geschrieben von Carsten Germann in der Kategorie: Gewerbeimmobilien
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Das erste Halbjahr 2010 brachte mit einem Transaktionsvolumen von 8,65 Milliarden Euro einen weiteren Aufschwung am deutschen Gewerbeimmobilien-Investmentmarkt. Das Investitionsvolumen liegt damit um 160 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Zudem kehren ausländische Investoren mehr und mehr an den deutschen Immobilienmarkt zurück. Das berichtet das Immobilienberatungsunternehmen CB Richard Ellis (CBRE).
Die Entwicklung am Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien in Deutschland bleibt weiterhin sehr dynamisch. Das Transaktionsvolumen von mehr als 8,65 Milliarden Euro in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres sorgte für einen Investitionszuwachs von rund 160 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum 2009. Eine Entwicklung, die bei Immobilienprofis für zufriedene Gesichter sorg.
Fabian Klein, Head of Investment bei CBRE in Deutschland, kommentiert in Frankfurt die Ergebnisse des ersten Halbjahres: „Deutschland genießt bei der nationalen wie internationalen Investorengemeinschaft den Ruf des sicheren Anlagehafens. Analog zum Bondmarkt registrieren wir am Immobileninvestmentmarkt eine ungebrochen hohe Nachfrage nach erstklassigen, risikoarmen Produkten. Da der Sicherheitsaspekt weiterhin die Anlagestrategie der Immobilieninvestoren dominiert, werden überwiegend voll vermietete Core-Immobilien mit langen Mietverträgen sowie sehr guter Mieterbonität und -struktur nachgefragt.“ Einzig die Angebotsseite, so Klein, sei derzeit der limitierende Faktor. Sie verhinderte in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres eine noch dynamischere Entwicklung in Sachen Investitionen.
Gleichzeitig stehen spektakuläre Großdeals der ersten Jahreshälfte eindrucksvoll für ein solides Investitionsumfeld in Deutschland. Grundlagen, die auch ausländische Investoren wieder für sich entdeckt haben. Dementsprechend verwundert es nur wenig, dass die drei größten Investmenttransaktionen des ersten Halbjahres – das Shoppingcenter-Portfolio an die niederländische Corio N.V., das Sony Center am Potsdamer Platz in Berlin an den südkoreanischen National Pension Service und das HBI-Portfolio an die britische Hansteen Holding – allesamt von ausländischen Investoren getätigt wurden. Bemerkenswert: Mit über zwei Milliarden Euro entfällt knapp ein Viertel des bislang registrierten Transaktionsvolumens auf diese drei Deals.
Einige großvolumige Shoppingcenter-Investments bewirkten in der ersten Jahreshälfte 2010 die Verlagerung des Investitionsschwerpunkts auf den Bereich Einzelhandelsimmobilien (48 Prozent). Es folgen Büroimmobilien (31 Prozent) sowie Logistik- und Industrieimmobilien, die rund acht Prozent des Transaktionsvolumens ausmachten.
Auch der Markt für Portfoliotransaktionen ist wieder in Bewegung. Von insgesamt rund 8,65 Milliarden Euro entfallen mehr als 2,4 Milliarden oder rund 28 Prozent auf Portfoliotransaktionen. Einzelinvestments machten 72 Prozent oder rund 6,23 Milliarden Euro aus. Zum Vergleich: In der ersten Jahreshälfte des Vorjahres entfielen lediglich 15 Prozent des gesamten Transaktionsvolumens auf Portfoliodeals- Die Einzeltransaktionen kamen auf 85 Prozent.
In den ersten sechs Monaten 2010 prägten weiterhin eigenkapitalstarke Investoren wie Versicherer, Pensionsfonds, offene Immobilienfonds oder Spezialfonds sowie vermögende Privatinvestoren bzw. die so genannten „Family Offices“ das Bild im Investorenbereich. Diese Investorengruppen zeichneten für rund 29 Prozent des gesamten Transaktionsvolumens verantwortlich. Deutlich dynamischer geht es laut CB Richard Ellis auch auf dem Investmentmarkt führender deutscher Metropolen zu. In Berlin, Frankfurt, Hamburg und München verbuchte man aktuell ein Transaktionsvolumen von knapp 3,1 Milliarden Euro – doppelt so viel wie im gleichen Zeitraum 2009.
Berlin steht dank des Verkaufs des Sony Centers sowie durch diverse Shoppingcenter-Deals mit rund 1,55 Milliarden Euro (+ 270 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum) ganz vorn. Es folgen München und Hamburg mit 746 bzw. 505 Millionen Euro (Plus 53 Prozent bzw. Plus 65 Prozent). Mit 301 Millionen Euro (Minus 5 Prozent) lag der Transaktionsumsatz am Finanzplatz Frankfurt leicht unterhalb des Ergebnisses des Vergleichsquartals. Auch hier ist vor allem das geringe Angebot an hochwertigen Investitionsmöglichkeiten der Grund für das geringere Volumen.
Die Spitzenrenditen für Büroimmobilien (Nettoanfangsrenditen) liegen in München derzeit bei 4,90 Prozent, in Hamburg bei 5,00 Prozent. In Düsseldorf liegen sie bei 5,20 Prozent und in Frankfurt bei 5,30 Prozent. Angesichts der hohen Investorennachfrage nach Prime-Objekten in der Bundeshauptstadt ging hier die Spitzenrendite um 10 Prozentpunkte auf 5,40 Prozent zurück. Stabil sind auch die Spitzenrenditen für Core-Immobilien im Logistik- und Fachmarktbereich sowie bei erstklassigen Geschäftshäusern in den innerstädtischen Top-Lagen.
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