Immobilienmarkt Tel Aviv: Zelten gegen zu hohe Mieten
21.7.2011, geschrieben von Sarah Tebbe in der Kategorie: Immobilien-Märkte
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Auf dem Grünstreifen am Rothschild Boulevard im Zentrum Tel Avivs sieht es seit Tagen aus, wie auf dem Campingplatz. Hunderte Israelis haben dort ihre Zelte aufgeschlagen, um gegen die horrenden Mieten in der Küstenstadt zu protestieren.
Tel Aviv ist laut einer Studie der Finanzberaterfirma Mercer eine der teuersten Städte der Welt und toppt sogar Mailand, Paris oder New York. „Ich zahle für das Zimmer in meiner Wohngemeinschaft 2400 Schekel Kaltmiete (etwa 500 Euro), und mit meinem Job als Kellnerin verdiene ich 4000 Schekel (etwa 800 Euro). Als Sozialarbeiterin, was ich eigentlich studiert habe, könnte ich gar nicht mehr hier leben. Miete und Gehälter stehen in keinem Verhältnis“, sagte Protestlerin Birger gegenüber der „Welt“.
Viele der Aktivisten machen ausländische Käufer für die Wohnungsnot und hohen Mieten in der zweitgrößten israelischen Stadt verantwortlich. Die spielen nach Ansicht des Wohnungsbau-Experten Chaim Harvey Fialkoff nur im hochpreisigen Segment eine Rolle. Seiner Meinung nach liegt das Problem woanders: „In Israel wächst die Zahl der Haushalte rascher als die Zahl der Wohnungen, außerdem sind die Kreditzinsen niedrig.“
Die Protestbewegung hatte sich im sozialen Netzwerk Facebook verbreitet und greift auch auf Städte wie Jerusalem und Beerscheva über. Einige Politiker fordern nun ein Gesetz, nachdem 30 Prozent aller neugebauten Wohnungen zu bezahlbaren Preisen angeboten werden müssen. Die Regierung hat auf die Proteste bereits reagiert und den Neubau von 7.000 erschwinglichen Appartements beschlossen. Brisant ist allerdings, dass 294 davon im besetzten Westjordanland liegen.
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