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In Hamburg werden immer mehr historische Villen abgerissen

12.3.2012, geschrieben von in der Kategorie: Allgemein

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© Wikimedia Commons / Staro1

Die Hansestadt Hamburg verliert nach und nach ihr typisches Gesicht. Immer mehr historische Villen aus der Gründerzeit werden abgerissen. Auf den traditionell großzügigen Grundstücken entstehen statt dessen moderne Gebäude mit deutlich mehr Wohneinheiten. Bürger der Elb-Metropole schlagen nun Alarm.

Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, sind vor allem die wohlhabenden Stadtteile Uhlenhorst und Pöseldorf betroffen. Aber auch entlang der für ihre Villen-Vielfalt bekannten Elbchaussee greift dieses Problem seit Jahren um sich. In Uhlenhorst hat sich nun eine Bürgerinitiative gegründet, die den Abrissbirnen im Villenviertel Einheit gebieten möchte. Deren Sprecher, Dirk-Peter Bonk, beklagt, dass in jüngster Vergangenheit eine Villa nach der anderen durch Neubauten ersetzt werde. Besonders betroffen seien die Karlstraße, die Fährhausstraße und die Schöne Aussicht. Es sei, so Bonk, als ob Hamburgs Schaufenster leergeräumt würden.

Auch in Pöseldorf regt sich Protest. Nachdem unlängst an der Alsterchaussee eine Villa Baujahr 1875 abgerissen wurde, wird nun Unmut in der Nachbarschaft laut. Die Bürger monieren, dass die alten Gebäude zunehmend aus Profitgier weichen müssten. Denn die Neubauten an deren Stelle seien oft wesentlich großflächiger und zählten mehr Wohneinheiten.

Unterstützung bekommen die Protestler auch von Hamburgs Oberbaudirektor Jörn Walter. Er spricht sich dafür aus, bei einem drohenden Abriss die Auswirkungen für den jeweiligen Stadtteil stärker als bisher berücksichtigen zu wollen. Exakte Zahlen, wie viele historische Villen in Hamburg in jüngster Zeit abgerissen wurden, liegen nicht vor.

Die Aussichten, die Abrissbirnen in Villenvierteln tatsächlich aufhalten zu können, sind allerdings alles andere als rosig. Denn: Stehen die Villen nicht unter Denkmalschutz – und das ist in den meisten Fällen so –, ist die juristische Handhabe seitens der Stadt beschränkt. Als einzige Möglichkeit nennt Oberbaudirektor Walter den Erlass von sogenannten Erhaltensverordnungen. Sie schützten dann nicht einzelne Villen, sondern städtebauliche Ensembles oder Quartiere, die das Stadtbild maßgeblich prägen.