Investoren nehmen deutschen Häusermarkt ins Visier
10.4.2012, geschrieben von Immonet in der Kategorie: Finanzen,Immobilien-Märkte
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Der ungebremste Boom auf dem deutschen Immobilienmarkt hat unliebsame Folgen: Neben privaten Anlegern sehen auch Finanzinvestoren, von manchen Heuschrecken genannt, die Chance, mit Häusern in Deutschland Geld zu verdienen. Jüngstes Beispiel: Der Finanzinvestor Cerberus kauft derzeit zehntausende Immobilien in der gesamten Republik auf.
Wie die Financial Times Deutschland berichtet, erwirbt der US-Finanzinvestor Cerberus stolze 22.000 Wohnungen von der insolventen britischen Gesellschaft Speymill. Die Häuser und Wohnungen sind über ganz Deutschland verteilt. Investitionssumme: 900 Millionen Euro. Für den Immobilien-Deal hat das Bundeskartellamt seinen Segen erteilt.
Cerberus ist nicht der einzige Finanzinvestor, der verstärkt auf Gewinne in Deutschland setzt. Auch der Goldman-Sachs-Fonds Whitehall, Blackstone und Morgan Stanley sollen an den Immobilien aus der Insolvenzmasse von Speymill interessiert gewesen sein.
Auch die Augsburger Patrizia machte unlängst von sich Reden. Sie erwarb für stolze 1,4 Milliarden Euro die Wohnungstochter der Landesbund Baden-Württemberg. Kurz darauf kam die TAG aus Hamburg mit der Bayern-LB ins Geschäft und kaufte deren Tochter DKB Immobilien. Verkaufspreis: 960 Millionen Euro.
Ob Cerberus mit seinem Deal in Deutschland Erfolg haben wird, beurteilen Immobilien-Fachleute skeptisch. Zum einen sei die Vermarktung schwierig, weil die Immobilien über ganz Deutschland verstreut seien. Zum anderen müsse einiges in die Wohnungen investiert werden, sagt Kai Klose, Immobilienanalyst der Berenberg Bank.
In den Augen von Finanzinvestoren hatte der deutsche Immobilienmarkt lange einen Aschenputtel-Status. Sie sahen kaum Möglichkeiten für satte Gewinne in diesem Segment. Der Riese Cerberus zum Beispiel war wegen des verhaltenen Investoren-Interesses sogar ins Trudeln geraten und musste Personal entlassen. Nun können Investoren auf neue Kreditgeber vertrauen. Sanierte Wohnungen lassen sich einzeln verkaufen oder gar als Gesamtpaket an der Börse platzieren.
Selbst die Bundesregierung wittert die Chance und möchte mit ihren Immobilien Geld verdienen. So plant Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, die bundeseigene Treuhand-Nachfolgegesellschaft TLG zu verkaufen. Seit 2008 auf dem Markt, erwies sie sich zunächst als Ladenhüter. Doch dank steigender Immobilienpreise sieht Schäuble neue Chancen. Die Gruppe mit 11.500 Wohnungen wird immerhin mit rund 1,7 Milliarden Euro bewertet. Wer das Paket kaufen möchte, kann noch bis Montag mitbieten.
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